Evaluation

Der Evaluationsausschuss fungiert als Steuerungsorgan für Evaluationsaufgaben, die dem Wissenschaftsrat übertragen wurden. Zur Durchführung der Evaluationsaufgaben setzt der Ausschuss Arbeitsgruppen ein.

Der Evaluationsausschuss befasst sich in erster Linie mit institutionellen Evaluationen; daneben führt er im Zusammenhang mit institutionellen Evaluationen auch Querschnittsbegutachtungen einzelner Forschungsgebiete, Systemevaluationen sowie Strukturuntersuchungen einzelner Fächer durch.

Schwerpunkte der letzten Jahre waren die Evaluation sämtlicher Bundeseinrichtungen mit FuE-Aufgaben sowie die Begutachtung von überregional bedeutsamen Forschungseinrichtungen mit dem Ziel einer Förderempfehlung zur Aufnahme in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern (WGL, Leibniz-Gemeinschaft). Der Wissenschaftsrat hat im November 2010 eine zweite übergreifende Empfehlung zur Entwicklung der Bundesressortforschung verabschiedet.

Im Jahr 2011 wurden Empfehlungen zur Neujustierung der Bewertung und Steuerung von Forschungsleistung erarbeitet, die Debatten um „Evaluitis", „Tonnenideologie" und die Einführung von Leistungsanreizen in der Forschung (Leistungsorientierte Mittelvergabe,  W-Besoldung) aufgreifen und Wege aufzeigen, wie anhand bestimmter übergeordneter Leitlinien und eines breiten Spektrums von Bewertungs- und Steuerungsverfahren das Ziel der Ermöglichung guter Forschung erreicht werden kann. 

Im Arbeitsgebiet Evaluation werden außerdem Stellungnahmen zu Forschungsinfrastrukturen erarbeitet. Im Januar 2011 hat der Wissenschaftsrat Empfehlungen zur Zukunft des Bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland, zu Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie zu wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen verabschiedet. Darüber hinaus hat er übergreifende Empfehlungen zu Informationsinfrastrukturen ausgesprochen. Darauf aufbauend befasst sich eine Arbeitsgruppe gegenwärtig mit der Erarbeitung von Empfehlungen für eine Gesamtstrategie zur Weiterentwicklung des Informationsinfrastruktursystems in Deutschland bis 2020.

Schließlich werden im Arbeitsgebiet regelmäßig Informationen zur Dauer des Studiums an Universitäten und Fachhochschulen sowie zur Verteilung der Prüfungsnoten aufbereitet und veröffentlicht. Auf der Grundlage dieser empirischen Untersuchungen macht der Wissenschaftsrat strukturelle Änderungen im Hochschul- und Wissenschaftssystem kenntlich und stützt hierauf Empfehlungen zur Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung ab.

Evaluationsausschuss: Vorsitz Herr Professor Dr. Schink
Betreuung in der Geschäftsstelle: Herr Dr. Stucke, Frau Dr. Galassi

Das vorliegende Arbeitsprogramm des Wissenschaftsrates gilt bis Juli 2012.
Der Wissenschaftsrat hat es am 27. Januar 2012 verabschiedet.

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Stucke
stucke(at)wissenschaftsrat.de
Telefon +49 (0)221 3776-257

Evaluation des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH | Evaluationsausschuss

Vorsitz: Herr Professor Dr. Bernhard Schink
Betreuung in der Geschäftsstelle: Herr Dr. Stefan Lange

Das Wuppertal-Institut wurde letztmalig im Jahre 2002 vom Wissenschaftsrat bewertet, der seinerzeit eine grundlegende Neuorganisation empfohlen hatte. Das Land war in diesem Zusammenhang gebeten worden, in spätestens zwei Jahren über die Umsetzung der Empfehlungen zu berichten. Nachdem das Land den erbetenen Bericht 2004 vorgelegt hatte, schlug das Land in angemessener Frist eine erneute Begutachtung des Instituts vor. Der Wissenschaftsrat seinerseits bekräftigte 2007 die Notwendigkeit einer erneuten Begutachtung und bat das Land, ihn nach Abschluss der Umstrukturierung 2009 erneut mit der Begutachtung des Instituts zu beauftragen.

Das Land Nordrhein-Westfalen beauftragt den Wissenschaftsrat mit Schreiben vom 12. Mai 2010 nunmehr, eine erneute Evaluation des Wuppertal-Instituts in der 2. Jahreshälfte 2011 vorzunehmen. Die verzögerte Bitte begründet das Land mit der zweijährigen Vakanz der Leitung des Instituts.

Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss, eine entsprechende Arbeitsgruppe einzusetzen und das Evaluationsverfahren so rechtzeitig einzuleiten, dass die Begutachtung in der 2. Jahreshälfte 2011 stattfinden kann. Mit einer Vorlage der Stellungnahme ist Mitte 2012 zu rechnen.

Evaluation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden | Evaluationsausschuss

Vorsitz: Herr Professor Dr. Bernhard Schink
Betreuung in der Geschäftsstelle: Herr Dr. Stefan Lange, Frau Dr. Insa Großkraumbach

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erfüllen als Verbund von derzeit zwölf Museen die Aufgaben des forschungsbasierten Sammelns, Bewahrens, Ausstellens und Vermittelns kulturhistorisch bedeutsamer Artefakte. Erst in 2009 wurde die derzeitige Verbundstruktur der ortsverteilten Kunstsammlungen etabliert, die eine zentrale Geschaftsführung, begleitet von einem Verwaltungsrat und einem wissenschaftlichen Beirat vorsieht. Die SKD verstehen sich als eine Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt auf dem musealen Bereich.

Der Wissenschaftsrat wurde vom Freistaat Sachsen mit Schreiben vom 21. Oktober 2010 gebeten, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vor allem mit Blick auf dieses Selbstverständnis zu evaluieren und gegebenenfalls Vorschläge zur Optimierung ihrer Forschungsorganisation zu geben. In der Bewertung der Kunstsammungen wird sich der Wissenschaftsrat auf seine "Empfehlungen zu wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen" stützen können.

Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss, eine entsprechende Arbeitsgruppe einzusetzen und das Verfahren entsprechend einer aktualisierten Bitte des Freistaates Sachsen aufgrund des Leitungswechsels bei den SKD nunmehr Mitte 2012 einzuleiten. Mit einer Vorlage der Empehlungen im Wissenschaftsrat ist Mitte 2013 zu rechnen.

Evaluation der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel

| Evaluationsausschuss

Vorsitz: Frau Professorin Dr. Sandra Richter
Betreuung in der Geschäftsstelle: Frau Dr. Daisy Weßel

Das Land Niedersachsen hat den Wissenschaftsrat mit Schreiben vom 21. November 2011 gebeten, die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel zu evaluieren. Hintergrund dieser Bitte ist die Empfehlung des Wissenschaftsrates, das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek zu einem Verbund zusammenzuführen, der die Zusammenarbeit der drei selbstständiger Forschungsarchive und -bibliotheken festigen, ihre Sellung als bedeutende Forschungs- und Forschungsinfrastruktureinrichtungen für die internationalen Geisteswissenschaften unterstreichen und ihre internationale Sichtbarkeit weiter verbessern soll. Die Herzog August Bibliothek ist eine der ältesten unversehrt erhaltenen Bibliotheken der Welt und eine der zentralen Forschungs-und Studienstätten für  die europäische Kulturgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist international und interdisziplinär ausgerichtet.

Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss, eine entsprechende Arbeitsgruppe einzusetzen und das Evaluationsvervahren einzuleiten.

Evaluation der Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) |Evaluationsausschuss

Vorsitz: N.N.
Betreuung in der Geschäftsstelle: Frau Dr. Daisy Weßel, N.N.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat den Wissenschaftsrat mit Schreiben vom 13. Dezember 2011 gebeten, folgende Forschungseinrichtungen im Geschäftsbereich des BMELV bzw. institutionell vom BMELV geförderte Einrichtungen in den nächsten Jahren zu evaluieren:

_  Julius-Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen;

_  Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit;

_  Max-Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung;

_  Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei;

_  Bundesinstitut für Risikobewertung;

_  Deutsches BiomasseForschungsZentrum gGmbH.

Die Einrichtungen werden damit erstmals einzeln vom Wissenschaftsrat begutachtet. Eine übergreifende Strukturempfehlung zur Entwicklung der Forschungsanstalten im Geschäftsbereich des BMELV hatte der Wissenschaftsrat im Jahr 2004 verabschiedet. Eine Neuordnung der Ressortforschung im Bereich des BMELV erfolgte 2008.

Im Zusammenhang mit der Evaluation der Einrichtungen soll am Beispiel der Stiftungsprofessur für Verbraucherrecht an der Universität Bayreuth untersucht werden, inwieweit das Instrument Stiftungsprofessur geeignet ist, die Zusammenarbeit zwischen der Ressortforschung und den Universitäten zu stärken.

Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss, sukzessive entsprechende Arbeitsgruppen einzusetzen und das erste Begutachtungsverfahren in der zweiten Jahreshälfte 2012 einzuleiten.

Evaluation des Sorbischen Instituts e.V., Bautzen und Cottbus | Evaluationsausschuss

Vorsitz: N.N.
Betreuung in der Geschäftsstelle: N.N.

Das aus dem Institut für Sorbische Volksforschung hervorgegangene Sorbische Institut e.V. mit Sitz in Bautzen und Cottbus wurde im Jahr 1991 vom Wissenschaftsrat evaluiert. Damals wurden die Fortführung des Institutes und die Angliederung des Sorbischen Kulturarchivs sowie der Sorbischen Zentralbibliothek empfohlen, die heute zum Institut gehören.

Mit Schreiben vom 29. November 2011 hat der Freistaat Sachsen in Abstimmung mit dem Land Brandenburg den Wissenschaftsrat gebeten, das Sorbische Institut nach rund zwanzig Jahren ein weiteres Mal zu evaluieren. Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss, eine entsprechende Arbeitsgruppe einzusetzen und das Evaluationsverfahren einzuleiten.

Evaluation der Frauenhofer-Zukunftsstiftung | Evaluationsausschuss

Vorsitz: Herr Professor Dr.-Ing. Gerhard Weikum
Betreuung in der Geschäftstelle: Frau Dr. Cordula Becker

Die am 3. November 2008 errichtete Fraunhofer-Zukunftsstiftung hat den Zweck, aus den Lizenzerträgen der MP3-basierten Technologien zur Audiodatenkodierung mit einem Gesamtvolumen von 145 Mio. Euro die Vorlaufforschung in technologisch und forschungspolitisch bedeutsamen Gebieten und die Wettbewerbsfähigkeit von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft zu stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung misst der Fraunhofer-Zukunftsstiftung besondere Bedeutung bei, da damit ein über die konkreten Zwecke der Fraunhofer-Gesellschaft hinausgehendes Förderinstrument geschaffen wurde, das für die Umsetzung forschungspolitischer Ziele der Bundesregierung auch in anderen Zusammenhängen von Interesse sein könnte. Nach Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages sollen die Stiftung und die von ihr erzielten Ergebnisse nach fünf Jahren durch den Wissenschaftsrat evaluiert werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Wissenschaftsrat mit Schreiben vom 25. August 2011 gebeten, dieses Verfahren so einzuleiten, dass im Herbst 2013 dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über die Ergebnisse der Evaluation berichtet werden kann.

Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss, eine entsprechende Arbeitsgruppe einzusetzen und das Verfahren Anfang 2012 einzuleiten, um die Vorlage einer Stellungnahme Mitte 2013 zu ermöglichen.

Evaluation des „Instituts für Hochschulforschung"der Hoschulinformationssystem GmbH (HIS GmbH) | Evaluationsausschuss

Vorsitz: N.N.
Betreuung in der Geschäftsstelle: Herr Dr. Stefan Lange

Das „Institut für Hochschulforschung“ der Hochschulinformationssystem GmbH (HIS GmbH) ist mit rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte der Forschung über Hochschulen gewidmete wissenschaftliche Einrichtung in Deutschland. In den vier Arbeitsbereichen „Studierendenforschung“, „Absolventenforschung und lebenslanges Lernen“, „Steuerung, Finanzierung, Evaluation“ sowie „Methoden und Befragungsservices“ werden anwendungsorientierte Forschungs- sowie Service- und Beratungsleistungen erbracht.

Der Wissenschaftsrat wurde vom Land Niedersachsen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Schreiben vom 18.1.2012 gebeten, das „Institut für Hochschulforschung“ der HIS GmbH zu evaluieren. Diese Evaluation soll ein von der Institutsleitung vorzulegendes Konzept zur künftigen Entwicklung der HIS-Hochschulforschung einschließen. Neben den Forschungsleistungen soll die Erfüllung der Serviceaufgaben des Instituts einer Bewertung unterzogen werden. Hierzu gehört auch die Begutachtung des bei HIS vorhandenen Datenpools, insbesondere mit Blick auf dessen Nutzungskonzept und seine Bedeutung als Forschungsinfrastruktur für die Hochschulforschung an Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.

Der Wissenschaftsrat bittet den Evaluationsausschuss eine entsprechende Arbeitsgruppe einzusetzen. Die Vorlage einer Stellungnahme im Wissenschaftsrat ist für Anfang 2013 vorgesehen.

Koordinierungsgruppe Forschungsinfrastruktur | Arbeitsgruppe

Vorsitz: Herr Professor Dr. Peter Strohschneider
Betreuung in der Geschäftsstelle: Frau Dr. Silviana Galassi, Herr Dr. Stefan Lange

Fragen der Bereitstellung und Nutzung von Forschungsinfrastrukturen spielen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Wissenschaftssystems eine zunehmend wichtige Rolle. Entsprechend existiert eine Reihe von wissenschaftspolitischen Aktivitäten, die auf eine Bestandsaufnahme, Bewertung und Weiterentwicklung vorhandener Infrastrukturen im deutschen Wissenschaftssystem zielen.

Neben seiner Beschäftigung mit umfangreichen Infrastrukturen der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung hat der Wissenschaftsrat im Januar 2011 drei Einzelempfehlungen verabschiedet, die sich mit wissenachaftlichen Sammlungen und deren Erschließung für aktuelle und künftige Forschungsbedarfe, den  Infrastrukturbedarfen speziell der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie dem bundesweit organisierten System der bibliothekarischen Versorgung beschäftigt.

Die Koordinierungsgruppe hat in einem ersten Schritt übergreifende Herausforderungen und strkturelle Problemlagen dieser Infrastrukturbereiche identifiziert und entsprechende Empfehlungen zu den Informationsinfrastrukturen erarbeitet. Diese hat der Wissenschaftsrat im Januar 2011 beraten und verabschiedet.

In einem zweiten Schritt wird die Koordinierungsgruppe die Bitte der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) an den Wissenschaftrat aufgreifen, Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Gesamstsystems der Informationsinfrastruktur bis zum Jahre 2020 zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang wird sie unter Berücksichtigung möglicher Synergien und Einsparpotentiale zu einem Konzept Stellung nehmen, das im Auftrag der GWK und unter Federführung der Wissenschaftsgemmeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL), unter deren Dach eine Reihe von Einrichtungen der Informationsinfrastruktur arbeiten, entwickelt wurde. 

Mit einer Vorlage dieser Empfehlungen zu einem künftigen System der Informationsinfrastrukturen ist Mitte 2012 zu rechnen.

Strukturuntersuchung der außeruniversitären Forschung zur Osteuropäischen Geschichte | Arbeitsgruppe

Vorsitz: Herr Professor Dr. Dieter Langewiesche
Betreuung in der Geschäftsstelle: Frau Dr. Silviana Galassi, Frau Dr. Daisy Weßel

Deutschland verfügt über eine große Zahl außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, die sich ausschließlich oder mit einem wesentlichen Anteil ihrer Forschung der Geschichte des östlichen Europa widmen. Einige dieser Einrichtungen nehmen neben ihren Forschungstätigkeiten auch Beratungs- und Informationsaufgaben für Politik, Verbände und die breite Öffentlichkeit war.

Der Wissenschaftsrat hat sich bereits 2007 in seiner Stellungnahme zum Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), Oldenburg, für eine Strukturuntersuchung  dieses Forschungsfeldes ausgesprochen. Sie soll dazu beitragen, "die Koordination von Forschung und Dienstleistung sicherzustellen, mögliche Synergien bei vergleichbaren Aufgaben zu nutzen sowie einer beobachtbaren disziplinären Einführung in die Osteuropaforschung zu begegnen." Darüber hinaus kann eine derartige Strukturuntersuchung gesamtstaatliche Bedarfe sowie wissenschaftliche Schwerpunkte und Interessen im Bereich der Osteuropageschichte identifizieren.

Die Strukturuntersuchung richtet ihren Fokus auf die außeruniversitäre historische Osteuropaforschung und ermittelt deren Bedeutung, Stärken, und Schwächen im Verhältnis zum nationalen und möglichst auch internationalen Forschungsfeld. Sie wird aber dort, wo es sinnvoll erscheint, die Betrachtung um gegenwartsbezogene Fächer ergänzen, die einen Osteuropabezug aufweisen. Ein Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf den instutuionellen Strukturen. Der Wissenschaftsrat behält sich vor, vertiefend auch Einzelevaluationen von Forschungseinrichtungen aus diesem Bereich durchzuführen.

Die Beratung der Empfehlung im Wissenschaftsrat ist für die erste Jahreshälfte 2012 vorgesehen.

Evaluation der Hessischen Forschungsförerungsinitiative LOEWE - Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz

Gemeinsam mit dem Referat Forschung wird die Arbeitsgruppe "Evaluation der hessischen Forschungsförderungsinitiative LOEWE - Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz betreut.

Evaluation der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und Strukturuntersuchung der Förderung des internationalen wissenschaftlichen Personaltransfers

Vorsitz: Frau Professorin Regina Riphahn, PhD
Betreuung in der Geschäftstelle: Frau Dr. Silviana Galassi, N.N.

Von wesentlicher Bedeutung für die Internationalisierung von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist die intensive Vernetzung mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Ausland. Eine notwendige Voraussetzung hierfür ist der Transfer von Personen auf allen Ausbildungs- und Karrierestufen in das Ausland sowie aus dem Ausland an deutsche Wissenschaftseinrichtungen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf das deutsche Wissenschaftssystem geeigneter Instrumente und Strukturen zur Förderung der entsprechenden personellen Mobilität. Ein zentraler Akteur in diesem Bereich ist die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH).

Die Bundesregierung hat den Wissenschaftsrat mit Schreiben vom 23. November 2011 gebeten, die Stiftung zu evaluieren. Die Arbeitsgruppe wird zwei Aufgaben bearbeiten:

1 −        Sie wird die spezifische Strategie und Aufgabenwahrnehmung der AvH begutachten und zu diesem Zweck ein Verfahren entwickeln, das Elemente der institutionellen sowie der Programmevaluation miteinander verbindet. Dabei wird sie die wissenschaftspolitische Bedeutung der Stiftung in den Blick nehmen und die Zweckmäßigkeit der Organisationsstruktur sowie der Förderprogramme im Hinblick auf das Wissenschaftssystem insgesamt und auf die besondere Aufgabenstellung der Einrichtung prüfen.

2 −        Um diese Aspekte angemessen bewerten zu können, muss die Begutachtung der AvH in einen größeren Kontext eingebettet werden. Dabei soll der Frage nachgegangen werden, ob das deutsche Wissenschaftssystem insgesamt über geeignete und ausreichende Instrumente zur Förderung des internationalen Transfers von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verfügt und mögliche Synergien und arbeitsteilige Kooperationen zwischen den Strategien der vielfältigen Akteure ausgeschöpft werden? Erzeugen jüngste Entwicklungen im deutschen Wissenschaftssystem oder auf internationaler Ebene Veränderungsbedarf für die Austauschorganisationen? Ein besonderes Augenmerk wird in diesem Zusammenhang auch auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu legen sein.

Die Arbeitsgruppe wird gemeinsam durch die Referate Evaluation und Tertiäre Bildung betreut. Mit einer Vorlage der Stellungnahme ist im zweiten Halbjahr 2013 zu rechnen.

Quantitative Analysen

Betreuung in der Geschäftsstelle: Frau Kristiane Prescha

Auf der Grundlage quantitativer Untersuchun­gen macht der Wissenschaftsrat strukturelle Änderungen im Hochschul- und Wissenschaftssystem kenntlich und stützt hierauf Empfehlungen zur Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung. Eine wachsende Bedeutung haben hierbei Analysen zur Leistungsfähig­keit der Hoch­schu­len und For­schungseinrichtungen erlangt. 

1. Prüfungsnoten an deutschen Hochschulen
Das Prüfungssystem an deutschen Hochschulen ist bislang noch nicht Gegenstand gesonderter Untersuchungen oder Bestandteil der verschiedenen Ansätze zur Leistungstransparenz und Qualitätssicherung in der Lehre gewesen. Hier gilt es, entsprechende Daten der amtlichen Prüfungsstatistik aufzubereiten, um Transparenz herzustellen und damit die empirische Grundlage für eine wissenschaftspolitische Diskussion zu schaffen.
Ein erster Arbeitsbericht, der die Prüfungsnoten an Hochschulen der Jahre 1996, 1998 und 2000 umfasste, war im Januar 2003 erschienen und hatte hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und den Hochschulen gefunden. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass die durchschnittlichen Noten nach Fächern, aber auch innerhalb eines Faches zwischen den Hochschulstandorten breit streuen und das Notenspektrum in vielen Fächern nur unzureichend ausgeschöpft wird. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Grunddaten der amtlichen Statistik in einigen Punkten einer qualitativen Überprüfung bedürfen, um belastbare Aussagen ableiten zu können.
Die im Mai 2007 erschienene Auswertung der Prüfungsnoten nach Fächern und Hochschulen für das Jahr 2005 hat ergeben, dass offensichtlich sehr stabile spezifische Fächerkulturen bestimmend für die Notenvergabe an deutschen Hochschulen sind und in zahlreichen Studiengängen das Notenspektrum nur unvollständig ausgeschöpft wird. Damit wurden die Ergebnisse des ersten Arbeitsberichts bestätigt.
Eine weitere Untersuchung für das Prüfungsjahr 2010 ist für 2012 vorgesehen.

2. Fachstudiendauer an Universitäten und Fachhochschulen
Der Bericht zur Entwicklung der Fachstudiendauer an Universitäten und Fachhochschulen für die Jahre 2007 bis 2009 ist im November 2011 veröffentlicht worden. Eine Fortschreibung für die Prüfungsjahre 2010 bis 2012 ist für 2014 geplant.