Forschungsrating

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Zur laufenden Weiterentwicklung des Forschungsratings in den Geisteswissenschaften (2008 - 2011)

Forschungsrating allgemein

Worin unterscheidet sich das Forschungsrating von einem Ranking?

Das Ergebnis eines Rankings ist eine Rangliste, auf der jeder Einrichtung ein bestimmter Platz zugewiesen wird. Dafür werden alle Leistungen durch quantitative Indikatoren erfasst und diese rechnerisch auf eine einzige Zahl reduziert.

Beim Forschungsrating des Wissenschaftsrats gibt es keine Ranglisten. Die Leistungen jeder Einrichtung werden sowohl qualitativ als auch quantitativ erfasst und von Gutachtern nach einer Reihe von Kriterien bewertet und die Ergebnisse, die mit Zahlen zwischen 1 und 5 wiedergegeben werden, ungewichtet nebeneinander gestellt ("mehrdimensionale Bewertung"). Durch einen Vergleich mit den anderen Einrichtungen kann man nicht nur eine Gesamtposition innerhalb eines Bewertungskriteriums erkennen, sondern auch Besonderheiten des Profils.

Was sind die Bewertungskriterien?

Die Kriterien werden drei Leistungsdimensionen zugeordnet:

Forschung:

_ Qualität

_ Impact

_ Effizienz

Nachwuchsförderung:

_ Nachwuchsförderung

Wissenstransfer:

_ Transfer in andere gesellschaftliche Bereiche

_ Wissensvermittlung und -verbreitung

Fachspezifische Anpassungen der Kriterienauswahl sind u.a. in der Dimension Transfer möglich.

Werden die Fakultäten/Fachbereiche als Ganzes oder einzelne Lehrstühle bewertet?

Die Datenerhebung sowie die Bewertung der Daten erfolgt sowohl auf der Ebene der gesamten Einrichtung im Fach Elektro- und Informationstechnik als auch auf der Ebene sogenannter Forschungseinheiten. Die Ebene der Forschungseinheiten wurde eingeführt, um eine differenzierte Bewertung der Forschungsqualität als zentralem Kriterium im Forschungsrating zu ermöglichen. In der Regel sind die Forschungseinheiten mit vorhandenen Abteilungen, Zentren, Lehrstühlen, Universitätsinstituten oder dgl. identisch. Weitere Definitionsmerkmale der Forschungseinheiten werden fachspezifisch festgelegt.

Was sind die Aufgaben der Steuerungsgruppe und der Bewertungsgruppen?

Die Steuerungsgruppe trägt die Gesamtverantwortung für den Ablauf der Pilotstudie. Sie wurde vom Wissenschaftsrat eingesetzt und setzt sich aus den Mitgliedern des Wissenschaftsrates sowie Vertretern von Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Leibniz (WGL) zusammen. Vertreter von Bund und Ländern nehmen mit Gaststatus an den Sitzungen teil. Die Steuerungsgruppe begleitet auch die Weiterentwicklung des Forschungsratings. Die Bewertungsgruppen werden jeweils für die einzelnen Fächer eingesetzt und sind für die Anpassung des Bewertungsverfahrens an die fachspezifischen Besonderheiten (Kriterienraster, Skalenkomposition etc.) und für die anschließende Bewertung der Einrichtungen zuständig. In den Bewertungsgruppen sollen neben Fachwissenschaftlern auch Vertreter aus Anwendungsgebieten der Fächer vertreten sein.

Wer wählt die Gutachter der Bewertungsgruppen aus?

Die Steuerungsgruppe. Vorschläge kommen von den großen Wissenschaftsorganisationen und den einschlägigen Fachgesellschaften.

Wie geht es mit dem Forschungsrating mittelfristig weiter?

Der Wissenschaftsrat wird nach der Pilotstudie zur Weiterentwicklung des Forschungsratings in der Elektro- und Informationstechnik und einer Geisteswissenschaft die Erfahrungen auswerten und über eine Verstetigung des Verfahrens entscheiden.

Was sind die Ziele der Weiterentwicklung des Forschungsratings?

Ziel der Weiterentwicklung ist es, notwendige Anpassungen des Verfahrens an die Geistes- und den Technikwissenschaften zu prüfen. Zudem sollen die Vorschläge der Steuerungsgruppe zur Vereinfachung und Optimierung des Verfahrens erprobt werden. Dies umfasst etwa die Vereinheitlichung der Definition von Forschungseinheiten sowie die Reduktion und Standardisierung der abzufragenden Daten.

Warum wird das Forschungsrating in den Technik- und Geisteswissenschaften weiterentwickelt?

Nach der erfolgreichen Erprobung des Forschungsratings in der Chemie und Soziologie erwartet der Wissenschaftsrat mit Blick auf die Unterscheidung von Grundlagen- und angewandter Forschung und die Besonderheiten der Publikationskulturen den größten Anpassungsbedarf der Rating-Methodik in den Technik- und Geisteswissenschaften.

Zur laufenden Weiterentwicklung des Forschungsratings in der Elektro- und Informationstechnik (2008 - 2011)

Wie lauten die Bedingungen für die Teilnahme am Forschungsrating Elektro- und Informationstechnik?

Am Forschungsrating Elektro- und Informationstechnik nehmen alle Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland teil, an denen das Fach vertreten ist. Außeruniversitäre Institute nehmen nur teil, wenn sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert werden, also die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft.

An allen Einrichtungen müssen in wenigstens einem der vier Teilbereiche (1. Elektrische Energietechnik, 2. Elektronik und Mikrosysteme, 3. Informationstechnik und Kommunikationstechnik, 4. Systemtechnik) zwei Professuren vertreten sein. Außerdem sollte eine Einrichtung zumindest die Hälfte des Erhebungszeitraumes (2004-2008) bestanden haben, um teilnehmen zu können.

Wie läuft die Datenerhebung im Rahmen der Weiterentwicklung des Forschungsratings in der Elektro- und Informationstechnik ab?

Im ersten Schritt werden alle Universitäten und die einschlägigen außeruniversitären Institute gebeten, zu prüfen, ob sie in den Fächern, die stellvertretend für die Technik- bzw. Geisteswissenschaft ausgewählt werden, forschungsaktiv sind. Falls ja, werden sie anschließend gebeten, für jedes der Fächer eine/n Wissenschaftler/in als Fachkoordinator/in zu benennen.

Diese/r Fachkoordinator/in erhält im zweiten Schritt nähere Informationen zum Ablauf der Datenerhebung von der Geschäftsstelle und wird gebeten, die Forschungseinheiten zu melden, die in den jeweiligen Fächern aktiv sind.

Im dritten Schritt erhält der/die Fachkoordinator/in Zugang zu den elektronischen Fragebögen. Um den Fachkoordinator/innen die Datenerhebung zu erleichtern, wird die Datenerhebung im Rahmen der Weiterentwicklung erstmals in Form einer Online-Befragung durchgeführt. Hierfür wurde das Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn (ZEM) beauftragt. Alle Daten einer Einrichtung werden durch den/die Fachkoordinator/in gesammelt an das ZEM bzw. an die Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates übermittelt, die die Datenauswertung übernehmen.

Wie werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzelnen Forschungseinheiten/ Teilbereichen innerhalb einer Universität bzw. Außeruniversitären Institution zugeordnet?

Jede(r) Wissenschaftler(in) kann nur einem Teilbereich (1. Elektrische Energietechnik, 2. Elektronik und Mikrosysteme, 3. Informationstechnik und Kommunikationstechnik, 4. Systemtechnik) zugeordnet werden, Mehrfachzuordnungen einer Person zu verschiedenen Teilbereichen sind nicht möglich.

Zur Frage gemeinsamer Forschungseinheiten von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen hat die Bewertungsgruppe beschlossen: Die Bildung gemeinsamer Forschungseinheiten von Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen ist nur möglich, wenn kleine universitäre Einheiten mit großen außeruniversitären Einrichtungen eng verbunden sind und in deren Bewertung einfließen sollen. Voraussetzung ist das Einverständnis beider Einrichtungen. In allen übrigen Fällen erfolgt die Datenerhebung und Bewertung getrennt. Professor(inn)en, die gemeinsam von einer Universität und einer außeruniversitären Einrichtung berufen sind, können jedoch an beiden Einrichtungen benannt werden.

Sollten die Fachkoordinator(inn)en an einer Universität auch Wissenschaftler aus anderen Fachbereichen/Fakultäten als der Elektro- und Informationstechnik anmelden, bittet die Geschäftsstelle um Rücksprache mit den betroffenen Kolleg(inn)en. Diese Kollegen können auch dann zur Teilnahme angemeldet werden, wenn sie in Organisationseinheiten (Fakultäten/Fachbereiche) außerhalb der Elektro- und Informationstechnik angesiedelt sind, aber ingenieurwissenschaftlich in der Elektro- und Informationstechnik forschen. Eine doppelte Bewertung, beispielsweise in der Elektro- und Informationstechnik und später erneut in einem möglichen Forschungsrating Physik, dem Maschinenbau oder der Informatik, ist jedoch nicht möglich.

Emeriti können nicht in das Personaltableau einfließen, da die Bewertungsgruppe den Current-Potential-Ansatz gewählt hat, nach dem das zum Stichtag 31.12.2008 beschäftigte Personal ausschlaggebend ist.

Wer sind die Ansprechpartner für technische und inhaltliche Fragen?

Für inhaltliche Fragen zum Forschungsrating kontaktieren Sie bitte das Projektteam in der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates. Bei technischen Fragen zur Datenerhebung kontaktieren Sie bitte das ZEM - Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn, das die Online-Erhebung im Auftrag der Geschäftsstelle durchführt (Herr Kröll, Telefon 0228/7362315, Email: kroell(at)zem.uni-bonn.de).

Zur laufenden Weiterentwicklung des Forschungsratings in den Geisteswissenschaften (2008 - 2011)

Wer nimmt an der Weiterentwicklung des Forschungsratings in den Geisteswissenschaften teil?

Die Steuerungsgruppe hat im Juli 2009 beschlossen, zunächst fächerübergreifend geeignete Bewertungskriterien für ein Ratingverfahren in den Geisteswissenschaften zu entwickeln. Zu diesem Zweck wird sie eine Unterarbeitsgruppe einsetzen, die geeignete Rahmenbedingungen der Bewertung geisteswissenschaftlicher Forschung definieren und fachspezifisch angemessene Bewertungskriterien erarbeiten soll. Um die Vielfalt der Forschungspraktiken berücksichtigen zu können, werden Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Geisteswissenschaften eingeladen, sich daran zu beteiligen. Die Unterarbeitsgruppe soll ihre Arbeit im Herbst 2009 aufnehmen und im Frühjahr 2010 Ergebnisse vorlegen.

Zur abgeschlossenen Pilotstudie Forschungsrating in den Fächern Chemie und Soziologie (2005 - 2008)

Welche Einrichtungen haben an der Pilotstudie teilgenommen?

An der Pilotstudie haben alle Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland teilgenommen, an denen mindestens eines der beiden Fächer Chemie und Soziologie vertreten ist. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen haben nur teilgenommen, wenn sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert werden, also die Einrichtungen der FhG, der HGF, der MPG und der WGL. Privaten Universitäten, an denen Forschung in den Fächern Chemie und Soziologie stattfindet, wurde die Teilnahme angeboten.

Wie wurden die Informationen für die Pilotstudie zusammengetragen?

Die Fachkoordinator/innen der teilnehmenden Einrichtungen haben zuerst einen Fragebogen zur Abfrage der Forschungseinheiten erhalten. In einem zweiten Schritt wurden die Informationen über die Forschungsaktivitäten dieser Forschungseinheiten sowie weitere Informationen über die Forschung im Fach Chemie bzw. Soziologie an der jeweiligen Einrichtung abgefragt.

Wie und von wem wurden die Fragebögen entwickelt?

Die Fragebögen wurden in der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates entwickelt, die sich dabei unter anderem von Mitgliedern der Steuerungsgruppe, dem Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) und dem Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (IFQ) beraten ließ.

Haben Begehungen der Einrichtungen stattgefunden?

Nein, die Bewertungsgruppen haben keine Begehungen vorgenommen, was auf Grund der Vielzahl der teilnehmenden Einrichtungen nicht möglich war.

Warum wurden die Ergebnisse der einzelnen Forschungseinheiten nicht veröffentlicht?

Viele Forschungseinheiten waren so klein, dass die Bewertungen auf einzelne Personen beziehbar sind. Eine Veröffentlichung der Bewertungen sollte deshalb nicht ohne Zustimmung dieser Personen erfolgen. Die Steuerungsgruppe empfiehlt den teilnehmenden Einrichtungen, die Ergebnisse ihrer Forschungseinheiten mit Zustimmung der Betroffenen selbst zu veröffentlichen.

Kann man für ein "Benchmarking" Vergleichsdaten von anderen Einrichtungen bekommen?

Basisdaten einzelner Einrichtungen werden nicht veröffentlicht. Ausführliche Informationen über die Datengrundlage finden sich jedoch in den sogenannten Leitfäden zu den Datenberichten. Darin sind auch die Mittelwerte und Angaben zur Streuung der quantitativen Daten enthalten.

Wie ging es nach der Pilotstudie weiter?

Beide Bewertungsgruppen haben ihre Erfahrungen aus der Pilotstudie in ausführlichen Abschlussberichten zusammengefasst. Die Steuerungsgruppe hat ihrerseits die Erfahrungen beider Fächer verglichen und in einem eigenen Bericht eine Gesamtbewertung der Pilotstudie vorgenommen. Alle drei Berichte wurden dem Wissenschaftsrat vorgelegt, der auf seinen Frühjahrssitzungen am 7./8. Mai in Rostock über die Zukunft des Forschungsratings beraten hat und die Weiterentwicklung des Forschungsratings bis Ende 2010 anhand zweier weiterer Fächer aus den Technik- und aus den Geisteswissenschaften empfohlen hat.

Wo wurden die Ergebnisse der Pilotstudie dokumentiert?

Im Sonderband "Pilotstudie Forschungsrating - Empfehlungen und Dokumentation" sind die wichtigsten Dokumente zur Pilotstudie Forschungsrating zusammengefasst. Dieser Band kann kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellt werden.