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Pressemitteilungen

NUMMER 18 vom 14. Juli 2014

Ergebnisse der Sommersitzungen des Wissenschaftsrates (Dresden, 9.-11. Juli 2014) |
Bericht des Vorsitzenden zu aktuellen Tendenzen im Wissenschaftssytem


In seinem diesjährigen Bericht zu aktuellen Tendenzen im deutschen Wissenschaftssystem widmete sich der Vorsitzende des Wissenschaftsrates dem Thema Regionale Verbünde als hochschulpolitische Perspektive. Professor Manfred Prenzel skizzierte vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die sich in den nächsten Jahren für die Hochschulen und die Hochschulpolitik ergeben können – in möglicher Folge des demographischen Wandels, der Schuldenbremse oder eines zunehmenden Bedarfs an Fachkräften – die Möglichkeiten und Chancen, die in der Bündelung von Kräften verschiedener Hochschulen und Hochschultypen liegen. Dadurch wären, so Prenzel, Effizienzgewinne zu erzielen, denn die Hochschulen könnten darauf verzichten, die unterschiedlichen Leistungsdimensionen (Forschung, Lehre, Infrastruktur und Wissenstransfer) jeweils vollständig abzubilden, stattdessen könnten sie sich tatsächlich auf ihre Stärken konzentrieren. Außerdem könnten Synergien zwischen Schwerpunkten dazu beitragen, die im nationalen und internationalen Wettbewerb notwendige kritische Masse aufzubauen.

Ein regionaler Verbund sollte künftig im Zentrum eine oder mehrere Universitäten, eine oder mehrere Fachhochschulen sowie falls vorhanden außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und duale Hochschulen mit ihren spezifischen Profilen verbinden.

Hochschulen und Hochschulpolitik, so Prenzel, sollten zusammenwirken, um entsprechende Konzepte zu entwickeln und umzusetzen und damit auf die künftigen Herausforderungen antworten zu können. Dabei sollten auch die Chancen länderübergreifender regionaler Verbünde genutzt werden. Im Anschluss an die Rede diskutierte das Gremium über geeignete Implementierungswege und Finanzierungen, die geeignet sein könnten, die zunächst entstehenden Transitionskosten zu tragen.

Darüber hinaus standen folgende Themen auf der Tagesordnung der Sommersitzungen:

Für wissenschaftliches Personal an Universitäten soll es künftig mehrere attraktive Karriereziele an Universitäten geben, transparente und gebahnte Wege sollen dorthin führen, so der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zu Karrierezielen und -we­gen an Universitäten. Er empfiehlt den Universitäten, zwei Optionen gezielt auszugestalten: erstens den Karriereweg zur Professur über den Tenure Track, zweitens den Zugang zu einer unbefristeten Position als wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Lehrkraft für besondere Aufgaben. Ein signifikanter Anteil aller Professuren soll demnach in Zukunft zunächst befristet besetzt werden. Die Übernahme auf eine dauerhafte Professur muss erfolgen, wenn sich die Kandidatin bzw. der Kandidat im Professorenamt bewährt hat und dieses im Rahmen der Tenure-Evaluation gemäß vorab definierten Kriterien nachweisen kann. Um den insgesamt gewachsenen Anforderungen in den verschiedenen Leistungsbereichen von Universitäten Rechnung zu tragen, sollte zudem die Zahl der unbefristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Lehrkräfte für besondere Aufgaben erhöht werden.

Im Medizinstudium soll künftig eine an den ärztlichen Rollen und ihren Kompetenzen orientierte Ausbildung an die Stelle der traditionellen Orientierung an Fächern treten. Die Studieninhalte sollen vornehmlich in fächerübergreifenden, organ- und themenzentrierten Modulen vermittelt werden. Durch die Integration vorklinischer und klini­scher Inhalte kann so von Beginn des Studiums an die Bedeutung und Anwendung the­oretischer Grundlagen für die ärztliche Praxis herausgestellt werden. Die wissenschaft­lichen Kompetenzen der angehenden Ärztinnen und Ärzte zu stärken, ist ein weiterer wichtiger Baustein des künftigen Medizinstudiums.

Trotz der zunehmenden Bedeutung und des großen Potenzials von rechnerbasierter Simulation für die Entwicklung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft (Beispiele sind unter anderem die Produktentwicklung in der Automobilbranche, aber auch die Prozessoptimierung in der Chemie- und Pharmabranche) haben sich die entsprechenden Strukturen in Lehre und Forschung in Deutschland nicht adäquat mit entwickelt. Vor diesem Hintergrund hat der Wissenschaftsrat ein differenziertes simulationswissenschaftliches Ausbildungsangebot entwickelt.

Dem 2008 neu gegründeten Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) ist es aus Sicht des Wissenschaftsrates gelungen, innerhalb weniger Jahre eine anerkannte  Kompetenz auszubilden. So erbringt das Zentrum auf dem gesellschaftlich relevanten und politisch sensiblen Feld der Biomassenutzung wichtige Forschungs- und Beratungsleistungen für mehrere Bundesministerien, die wissenschaftlichen Fachgemeinschaften und die Öffentlichkeit. Empfohlen wird ihm unter anderem, in der Forschung ein deutlich klareres Profil zu entwickeln.

Das 2008 aus fünf Vorgängereinrichtungen und einem Institutsteil neu gegründete Max Rubner-Institut (MRI) hat sich zu einer wettbewerbsfähigen Beratungs-, Service- und Forschungseinrichtung entwickelt, die mit ihrer Arbeit zur Gesundheit der Bevölkerung beträgt. Das Institut betreut den Bundeslebensmittelschlüssel und führt zudem umfangreiche nationale Studien zum Ernährungsverhalten der Bevölkerung durch. Eine Empfehlung lautet, die interne Zusammenarbeit zwischen seinen Standorten und die Kooperation mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen weiter zu verstärken. 

Positive Entwicklungen seit den Evaluationen im Jahr 2011 attestiert der Wissenschaftsrat der Klassik Stiftung Weimar und dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Sehr erfreut zeigt er sich in diesem Zusammenhang auch über die kürzlich erfolgte Einrichtung des Forschungsverbundes Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW). Von der gemeinsamen Forschung der drei bedeutenden Forschungsbibliotheken und -archive erwartet er einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der deutschen Geisteswissenschaften insgesamt und zur Verbesserung ihrer Sichtbarkeit auch im Ausland. Positiv bewertet der Wissenschaftsrat das finanzielle Engagement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), das für die kommenden fünf Jahre insgesamt zehn Millionen Euro für den Forschungsverbund MWW bereitgestellt hat.

Dem Forschungszentrum L3S, Hannover, mangelt es aus Sicht des Wissenschaftsrats bislang noch an tragfähigen Strukturen, insbesondere an einer von den Universitäten Hannover und Braunschweig unabhängigen Leitungsstruktur und an eigenen institutionell finanzierten Stellen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Im Rahmen seiner Sommersitzungen hat der Wissenschaftsrat zwei Verfahren der
Institutionellen Akkreditierung und Reakkreditierung beraten. In beiden Fällen (HMKW – Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft sowie Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) Paderborn) gelangte er zu einem positiven Votum.

Der Wissenschaftsrat hat auch einen Zwischenbericht zum Stand des Projektes Kerndatensatz Forschung entgegen genommen. Er begrüßte, dass das Projekt wie geplant im Frühsommer 2015 Ergebnisse vorlegen werde, wohl wissend, dass es mit hohen Erwartungen verknüpft sei. Das Gremium gab seiner Absicht Ausdruck, gemeinsam mit den Projektnehmern darauf hinzuwirken, die Spezifikation so anzulegen, dass sie auf hohe Akzeptanz stoßen werde.

Hinweis:

Die Audioaufzeichnung der Sommer-Pressekonferenz des Wissenschaftsrates am 14. Juli 2014
in Berlin finden Sie hier.

Die genannten Empfehlungen und Stellungnahmen werden hier als Volltexte veröffentlicht,
sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E‑Mail (post(at)wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

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