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Pressemitteilungen

NUMMER 01 vom 23. Januar 2017

Martina Brockmeier an die Spitze des Wissenschaftsrates gewählt | Ergebnisse der Wintersitzungen in Berlin (18.-20. Januar 2017)

Neue Vorsitzende des Wissenschaftsrates wird die an der Universität Hohenheim tätige Agrarökonomin Martina Brockmeier. Sie folgt auf den Münchner Bildungsforscher Manfred Prenzel, der das Amt seit Sommer 2014 innehatte und dessen Mitgliedschaft im Wissenschaftsrat turnusgemäß nach sechs Jahren endet. Martina Brockmeier ist nach der ostdeutschen Ingenieurwissenschaftlerin Dagmar Schipanski, die von 1996 bis 1998 Vorsitzende des Wissenschaftsrates war, die zweite Frau in diesem Amt.
Auch die Wissenschaftliche Kommission hat ein neues Führungsduo: Zum Vorsitzenden und damit Nachfolger des Neurophysiologen Hans-Christian Pape wurde der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) tätige Professor für Werkstoffmechanik, Peter Gumbsch, gewählt. Sein Stellvertreter ist Peter Nyhuis, Produktionslogistiker an der Universität Hannover.    

In seinem letzten Bericht als Vorsitzender des Wissenschaftsrates sprach Professor Manfred Prenzel über „Die gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern für die Gestaltung von Wissenschaft und Hochschulen“. Hierbei zeichnete er die historische Entwicklung der im Grundgesetz zunächst nicht vorgesehenen gemeinsamen Wissenschaftspolitik von Bund und Ländern in Deutschland nach und verwies auf die beachtliche Steigerung der gemeinsamen finanziellen Anstrengungen in den vergangenen Jahren sowie das gemeinsam Erreichte: vom System der Pakte einschließlich der Exzellenzinitiative bis zum Forschungsbautenprogramm.  Er machte aber auch auf zahlreiche Probleme aufmerksam, die noch zu bewältigen sind, unter anderem die entstandene Asymmetrie in der Förderung von Forschung und Lehre sowie die wachsenden Investitionslücken im Bau- und Infrastrukturbereich der Hochschulen. Er schlug vor, die nach der jüngsten Reform des Art. 91b GG neu entstandenen Möglichkeiten zur gemeinsamen institutionellen Förderung von Hochschulen zu nutzen, um diese Problemlagen gemeinschaftlich zu bewältigen. Als konkrete Handlungsfelder für künftige gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern benannte er die Gestaltung der Digitalisierung in Wissenschaft und Hochschulen sowie den Aufbau einer bundesweit tätigen Förderorganisation für die Hochschullehre.

Zu den Sitzungsergebnissen im Einzelnen:

Seit Mitte der 2000er-Jahre sind in Deutschland zahlreiche Kooperationen von Hochschulen mit Bildungsträgern innerhalb und außerhalb des Hochschulsektors entstanden, die unter dem Sammelbegriff studiengangsbezogene Kooperationen zusammengefasst werden. Gemeinsames Merkmal sämtlicher Typen dieser Kooperationen ist eine im Grad unterschiedlich ausgeprägte Trennung zwischen kompetenzvermittelnder und kompetenzprüfender Bildungseinrichtung. Auf Wunsch der Kultusministerkonferenz hat der Wissenschaftsrat eine Bestandsaufnahme und Typologie dieser in Deutschland praktizierten Kooperationsmodelle vorgenommen und entwickelt. Zudem hat er Empfehlungen dazu ausgesprochen, wie die Qualitätssicherung und die Gleichwertigkeit von Studienangeboten gewährleistet werden können.

Die Universität Hamburg verfügt über eine Reihe starker Forschungsbereiche in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie muss allerdings insgesamt ihre Strategiefähigkeit erhöhen, sich mit einem aussagekräftigen Profil in der deutschen Hochschullandschaft positionieren und ihre Potenziale in den Leistungsdimensionen Lehre und Transfer besser nutzen. Zu diesem Fazit gelangt der Wissenschaftsrat im Rahmen einer Begutachtung der Universität, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurde und die Empfehlungen zu den MINT-Bereichen der Hamburger Hochschulen vom Januar 2016 ergänzt.

Den Ressortforschungseinrichtungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bescheinigt der Wissenschaftsrat eine vorbildliche Entwicklung: Seit einer Umstrukturierung der Einrichtungen im Jahr 2008 haben die Institute des BMEL ihre Forschungsleistungen deutlich verbessert und ihre Vernetzung mit dem übrigen Wissenschaftssystem ausgebaut. Auf der Grundlage eigener Forschungs­tätigkeiten unterstützen die Einrichtungen das Ministerium erfolgreich mit Beratung und anderen Dienst­leistungen. Über die Politikberatung hinaus erbringen sie wichtige Serviceleistungen für Wissenschaft und Landwirtschaft und übernehmen eine wichtige Rolle bei der Information der breiten Öffentlichkeit.

Im Kontext von Aufnahme- und Erweiterungsanträgen für die Leibniz-Gemeinschaft hat sich der Wissenschaftsrat dafür ausgesprochen, die Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT), Bremen, in die Leibniz-Gemeinschaft aufzunehmen und somit dort die ingenieurwissenschaftliche Forschung zu stärken. Etwas zurückhaltender, im Ergebnis aber gleichfalls positiv fällt das Votum des Wissenschaftsrates zum Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e. V. an der Universität Leipzig aus. Dem Institut werden großes wissenschaftliches Potenzial und eine erhebliche gesellschaftliche Bedeutung bescheinigt. Es wird nun darauf ankommen, dass die künftige Leitung die positive Entwicklung des Instituts fortführen kann. Kritisch bewertet der Wissenschaftsrat zum jetzigen Zeitpunkt das Erweiterungsvorhaben des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V., Dortmund. Zwar unterstützt er das renommierte Institut in dem Bestreben, seine Forschung verstärkt auf analytische Verfahren für die Lebenswissenschaften auszurichten. Das vorgelegte Konzept für die geplante Ergänzung des Methodenportfolios um die Biospektroskopie hält er allerdings noch nicht für ausgereift. Die Stellungnahmen des Wissenschaftsrates richten sich an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK), die voraussichtlich im März über die Aufnahme der genannten Institute und das Erweiterungsvorhaben des ISAS entscheiden wird.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn, ist nach Einschätzung des Wissenschaftsrates ein zentraler Akteur des deutschen Berufsbildungssystems. In der Verknüpfung von gesetzlichen Entwicklungs- und Beratungsaufgaben mit Forschungstätigkeiten zur beruflichen Bildung liegt sein Alleinstellungsmerkmal. Keine andere Einrichtung in Deutschland weist auf dem Feld der beruflichen Bildung ein vergleichbares Tätigkeitsspektrum mit entsprechenden Kapazitäten auf. Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird aus Sicht des Wissenschaftsrates darin bestehen, die eingeleiteten Reformen weiterzuverfolgen und mit Leben zu füllen.

Auf seinen Wintersitzungen hat der Wissenschaftsrat zudem vier Verfahren der Institutionellen Akkreditierung und Reakkreditierung beraten. In allen Fällen gelangte er zu einer positiven Entscheidung: Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, Mannheim (Reakkreditierung); Brand Academy – Hochschule für Design und Kommunikation, Hamburg (Akkreditierung); Bard College Berlin (Akkreditierung); Hochschule für Internationales Management Heidelberg (Akkreditierung).

Hinweis: Die genannten Stellungnahmen werden im Netz als Volltexte veröffentlicht, sie können aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E‑Mail (post(at)wissenschaftsrat.de) angefordert werden.

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