Wissenschaftsrat

Hoch- und Höchstleistungsrechnen

Rechner rechnen nicht allein: Um sie wirkungsvoll einsetzen zu können, braucht es hochqualifiziertes Personal und ausgefeilte Codes. Dies gilt besonders für die teuren Hoch- und Höchstleistungsrechner, die eine knappe Ressource für die unterschiedlichsten Wissenschaften, insbesondere die natur-, lebens- und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen, darstellen. Sie werden in Wissenschaft und Industrie als forschungsunterstützende Instrumente insbesondere dort eingesetzt, wo reale Experimente nicht möglich, zu zeitaufwändig oder zu teuer sind.

So wurden in den zurückliegenden Jahren zahlreiche wissenschaftliche Durchbrüche erzielt, die auf Rechnern niedrigerer Leistung nicht möglich gewesen wären. Dies betrifft beispielsweise Simulationen in den Ingenieurwissenschaften, in Physik und Chemie sowie in der Klima- und Umweltforschung. Auch die Planung effizienter Verkehrssysteme in Großstädten wäre ohne leistungsfähige Rechner gar nicht möglich.

Das war Anlass für den Wissenschaftsrat, sich in der Vergangenheit wiederholt und in verschiedenen Kontexten damit zu beschäftigen, wie eine angemessene Versorgung mit Infrastrukturen des High Performance Computing (HPC) auf nationaler und europäischer Ebene bereitgestellt werden kann. Er hat sowohl übergeordnete Empfehlungen zu Struktur und Bedingungen einer solchen Versorgung abgegeben als auch zu konkreten Beschaffungsvorhaben von Rechensystemen der Länder Stellung genommen. Die auffällige Empfehlungsdichte auf diesem Gebiet lässt erkennen, welch zentrale Bedeutung der Wissenschaftsrat und die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern einer adäquaten HPC-Infrastruktur als Standortfaktor im internationalen wissenschaftlichen und industriellen Wettbewerb beimessen.

Empfehlung zur Versorgung von Wissenschaft und Forschung mit Höchstleistungsrechenkapazität, in: Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur Ausstattung der Wissenschaft mit moderner Rechner- und Kommunikationstechnologie, Köln 1995, S. 51-70

Empfehlungen zur künftigen Nutzung von Höchstleistungsrechnern (Drs. 4558-00), Mai 2000

Empfehlungen zur Einrichtung europäischer Höchstleistungsrechner (Drs. 6308-04), November 2004

Bericht die Tätigkeiten des Nationalen Koordinierungsausschusses zur Beschaffung und Nutzung von Höchstleistungsrechnern (Drs. 8162-07), November 2007

Strategische Weiterentwicklung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens in Deutschland | Positionspapier (Drs. 1838-12), Berlin 2012

Anlass für die letzte Befassung des Wissenschaftsrates mit dieser Thematik war die im Positionspapier von 2012 noch nicht gelöste Frage, mit welchen Finanzierungsstrategien die Versorgung der Wissenschaft mit ausreichender HPC-Kapazität langfristig und effizient sichergestellt werden kann. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund stark wachsenden wissenschaftlichen Bedarfs und steigenden Kostendrucks, der in erster Linie durch die Energiekosten bedingt ist.

Empfehlungen zur Finanzierung des Nationalen Hoch- und Höchstleistungsrechnens in Deutschland (Drs. 4488-15), April 2015

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