Wissenschaftsrat

Ausbildung in der Medizin

In der Vergangenheit hat sich der Wissenschaftsrat in seinen übergreifenden Empfehlungen zur Universitätsmedizin regelmäßig mit der Struktur des Medizinstudiums und der in seinen Augen unbefriedigenden Ausbildungssituation beschäftigt. Aktuell spricht er sich für eine gleichermaßen kompetenzorientierte und praxisnahe, auf hohen wissenschaftlichen Standards basierende Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern aus.

Die wissenschaftlichen Kompetenzen der angehenden Ärztinnen und Ärzte zu stärken, gewinnt vor dem Hintergrund stetig wachsender wissenschaftlicher Erkenntnisse immer mehr an Bedeutung. Individuelle Lösungen bei der Auswahl diagnostischer, präventiver und therapeutischer Maßnahmen für ihre Patientinnen und Patienten zu finden und evidenzbasiert umzusetzen, setzt wissenschaftliches Denken und Handeln voraus. Die Grundlagen hierfür und somit für eine verantwortungsvolle ärztliche Berufsausübung müssen im Studium gelegt werden.   

Mit seinen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe trägt der Wissenschaftsrat künftigen Entwicklungen im Gesundheitssystem und der zunehmenden Bedeutung interprofessioneller Ausbildungselemente Rechnung. Fachpersonal, das in komplexen Aufgabenbereichen der Pflege, der Therapieberufe (Physio-, Logo- und Ergotherapie) und der Geburtshilfe tätig ist, soll nach Auffassung des Wissenschaftsrats künftig auch an Hochschulen ausgebildet werden. Zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrgangs sollen in primärqualifizierenden patientenorientierten Studiengängen mit einem Bachelor-Abschluss zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten befähigt werden.

Weiterhin:
Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums in Deutschland auf Grundlage einer Bestandsaufnahme der humanmedizinischen Modellstudiengänge (Drs. 4017-14), Juli 2014

Unter dem Gesichtspunkt der Qualitätssicherung der Medizinerausbildung in Deutschland hat sich der Wissenschaftsrat erstmalig 2016 auch zur Ausbildung an nichtstaatlichen Einrichtungen geäußert. Wesentlich und leitend ist für ihn,  dass der Weg zum Arztberuf in Deutschland die Einhaltung einheitlich hoher Standards voraussetzt und nur über ein Medizinstudium zu erreichen ist, das universitären Ansprüchen genügt. Nichtstaatliche Angebote nach deutschem Recht sollten deshalb verpflichtend eine Konzeptprüfung und Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat durchlaufen. Grenzüberschreitenden Angeboten nach europäischem Recht sollte die Option einer solchen Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat als freiwillige Maßnahme ebenfalls angeboten werden.

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