Wissenschaftsrat

Wissenschaftlicher Nachwuchs und Karrierewege

Wissenschaftliche Nachwuchskräfte erbringen für das Wissenschaftssystem essenzielle Leistungen und tragen maßgeblich zum wissenschaftlichen Fortschritt bei. Dabei ist die Phase von der Promotion bis zur Erstberufung oftmals von hohen Risiken, häufigen Einrichtungswechseln sowie von mangelnder Planbarkeit geprägt. Der Wissenschaftsrat hat zu Karrierewegen im Wissenschaftssystem in mehreren Empfehlungen Stellung bezogen und ist dabei auch auf die Besonderheiten verschiedener Karrierephasen eingegangen.

Am Anfang einer wissenschaftlichen Karriere steht die Promotion. Hierzu hat sich der Wissenschaftsrat wiederholt positioniert; er empfiehlt eine stärkere Strukturierung des Promotionsstudiums sowie einen geeigneten institutionellen Rahmen, etwa durch Promotionskollegs und Dachstrukturen für die Graduiertenausbildung. Die Promotionsphase sollte der Tatsache Rechnung tragen, dass ein großer Teil der Absolventinnen und Absolventen nach der Promotion außerhalb der Wissenschaft beschäftigt sein wird; es sollte daher schon während der Promotion möglich sein, Kompetenzen zu erwerben, die eine erfolgreiche Berufseinmündung erleichtern. Zuletzt hat sich der Wissenschaftsrat 2011 zur Qualitätssicherung der Promotion geäußert und dabei die Bedeutung einer stärker kollegial und institutionell verantworteten Betreuung betont.

Zur Ausgestaltung von Karrierezielen und -wegen an Universitäten hat der Wissenschaftsrat ein Modell erarbeitet, welches neben der Professur weitere Karriereziele vorsieht, die mit einer unbefristeten Beschäftigung verbunden sind. Zudem fordert der Wissenschaftsrat eine klarere Strukturierung von Karrierewegen mit besser kalkulierbaren Übergängen, insbesondere von der Postdoc-Phase hin zur (Tenure-Track-)Professur.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Karrierewegen sind Berufungsverfahren an Universitäten. Hier hat der Wissenschaftsrat empfohlen, die Verfahren kürzer und transparenter auszugestalten und durch Berufungsbeauftragte die Verfahrensstandards zu heben. Für die Berufung auf eine Tenure-Track-Professur und für deren Evaluation und Entfristung hat er ebenfalls Empfehlungen gegeben.

Empfehlungen zu Karrierezielen und -wegen an Universitäten (Drs. 4009-14), Juli 2014

Empfehlungen zur Ausgestaltung von Berufungsverfahren (Drs. 6709-05), Mai 2005

Empfehlungen zur Doktorandenausbildung (Drs. 5459-02), November 2002

Personalstruktur und Qualifizierung: Empfehlungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (Drs. 4756-01), Januar 2001

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