Wissenschaftsrat

Bewertungs- und Entscheidungsverfahren

Bewertungsverfahren wurden zu einem Thema im Wissenschaftsrat, als die Politik in Deutschland Ende der 1990er Jahre begann, die Zuweisung von Ressourcen für die Forschung zunehmend mit einem überprüfbaren Leistungsnachweis aufseiten der einzelnen Forscherinnen und Forscher und der Forschungseinrichtungen zu verbinden. Seitdem wird in Wissenschaft wie Wissenschaftspolitik intensiv darüber debattiert, wie man Forschung sinnvoll bewerten und Rahmenbedingungen für gute Forschung schaffen kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die in den letzten Jahren eingeführten Verfahren so angepasst werden können, dass sie zum einen die Ansprüche von Politik und Gesellschaft nach Rechenschaftslegung aufgreifen, zum anderen aber auch die notwendigen Freiräume für gute Forschung wahren und zugleich Aufwand und Ertrag in ein angemessenes Verhältnis bringen.

Im Sinne dieser Zielsetzung hat der Wissenschaftsrat mit seinem  Modell eines „Forschungsratings“ ein neuartiges, differenziertes und methodisch sehr anspruchsvolles Verfahren zum Leistungsvergleich in der Forschung entwickelt, das er anschließend in einer Reihe von Pilotstudien (in den Fächern Chemie, Soziologie, Elektrotechnik / Informationstechnik, Anglistik / Amerikanistik) eingesetzt und erprobt hat.

Pilotstudie Forschungsrating 2008 – Empfehlungen und Dokumentation, Köln 2008

Im Ergebnis hat er 2013 Bund und Ländern empfohlen, ein entsprechendes flächendeckendes Forschungsrating für Deutschland einzuführen. Zudem hat er einen Vorschlag für einen bundesweit einheitlichen „Kerndatensatz Forschung“ vorgelegt, der Forschungseinrichtungen bei der Erhebung von Leistungsdaten unterstützen und entlasten soll. Damit hat er einen Prozess zur Standardisierung von Datenformaten zu Forschungsaktivitäten und Forschungsprodukten angestoßen, um auf diese Weise die Datenerhebung zu vereinheitlichen und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren zu vereinfachen. Gegenwärtig lassen Bund, Länder und Hochschulen – vor allem aufgrund der bereitzustellenden Ressourcen – keine ausreichende Bereitschaft erkennen, das Forschungsrating dauerhaft zu implementieren. Die Implementierung des Kerndatensatzes Forschung hingegen erfährt  finanzielle Unterstützung durch Bund und Länder. 

Empfehlungen zur Zukunft des Forschungsratings, 2013

Empfehlungen zu einem Kerndatensatz Forschung, 2013

Selbst zunehmend Akteur im Bereich der Forschungsbewertung hat der Wissenschaftsrat bereits 2011 die wachsende Kritik aus dem Wissenschaftssystem an den praktizierten Verfahren der Leistungsbewertung und Mittelverteilung aufgegriffen. Er hat sie zum Anlass genommen, bisherige Vorgehensweisen der Forschungsbewertung und Forschungssteuerung zu reflektieren und Leitlinien für die Weiterentwicklung der vorhandenen bewertenden und steuernden Verfahren zu formulieren.

Empfehlungen zur Bewertung und Steuerung von Forschungsleistungen, 2011

Zuletzt hat sich der Wissenschaftsrat mit Begutachtungen unterschiedlichster Art im Wissenschaftsbetrieb beschäftigt.

Begutachtungen im Wissenschaftssystem | Positionspapier, 2017

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