Wissenschaftsrat

Mehr Forschung! Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr forscht zu wenig

Ausgabe 05 | 2019
Datum 28.01.2019

Zu einer kritischen Bewertung kommt der Wissenschaftsrat bei seiner Evaluation des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw), Euskirchen. „Das Zentrum, das die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium mit wichtigen Geoinformationsdaten und -produkten versorgt, führt nur sehr wenig Forschung durch. Wie alle datenbezogenen Fachgebiete entwickelt sich auch das Gebiet der Geodaten sehr dynamisch. Es ist fraglich, wie das Zentrum seine Aufgaben auch künftig auf einem qualitativ überzeugendem Niveau erfüllen will, wenn es so wenig Kontakt zur Forschung hat“, so die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Martina Brockmeier.

„Dem Anspruch einer Ressortforschungseinrichtung kann es so kaum gerecht werden.“ Gerade bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr sind verlässliche Landkarten und Klimainformationen von großer Bedeutung für die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten.

Das wissenschaftliche Personal ist engagiert, wird aber stark von Dienstleistungsaufgaben in Anspruch genommen und kann daher nur wenig Forschung durchführen. Der Wissenschaftsrat empfiehlt der Leitung des Zentrums dringend, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Forschungssituation im ZGeoBw einzuleiten, insbesondere den  Forschungsanteil zu erhöhen, die Freiräume für Forschung zu vergrößern, das Forschungs­programm auf Kernthemen zu fokussieren und generell eine stärkere Einbindung in die zivile wissenschaftliche Fachwelt zu suchen.

Die Kritik bezieht sich aber auch auf generelle Rahmenbedingungen für Forschungseinrichtungen der Bundeswehr, die der Wissenschaftsrat schon häufig problematisiert hat. Er empfiehlt nachdrücklich, forschungsfreundlichere Regelungen etwa bezüglich der Einstel­lung von wissenschaftlichem Personal und Haushaltsflexibilität einzuführen und einen offenen Zugang zu Internetquellen wie elektronischen Zeitschriften sowie Datenbanken zu ermöglichen. Der Wissenschaftsrat spricht sich dafür aus, die Einführung einer wissenschaftsspezifischen Laufbahn für militärisches und ziviles Personal der Ressortforschungseinrichtungen zu prüfen.

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