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Tertiäre Bildung

Der Wissenschaftsrat befasst sich mit der Organisation des Hochschulwesens in Deutsch­land und erarbeitet regelmäßig Empfehlungen zu dessen systematischer Weiter­entwicklung. Dabei werden vor allem Universitäten und Fachhochschulen in den Blick genommen, aber auch neue Hochschulformen und die an das Hochschulsystem angrenzenden Bereiche der post-schulischen Bildung berücksichtigt. Die wissenschafts­politischen Empfehlungen des Wissenschaftsrates basieren auf einer umfassenden Analyse und Bewertung gesamtgesellschaftlicher Rahmenbedingungen, der Differenzierung des Hochschulsystems sowie sozioökonomischer und demographischer Entwicklungen. Sie beziehen eine international vergleichende Perspektive systematisch mit ein.

Seit 2014 befasst sich der Wissenschaftsrat in einer vierbändig geplanten Empfehlungsreihe schwerpunktmäßig mit der Qualifizierung von Fachkräften vor dem Hintergrund der demographischen Wandels. In diesem Zusammenhang setzt sich der im Januar 2019 verabschiedete vierte Teil dieser Reihe, die Empfehlungen zu hochschulischer Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens, mit der Qualifizierung an Hochschulen nach der Erstausbildung auseinander. Weiterbildungsangebote und zeitlich flexibles Studieren sollen an deutschen Hochschulen ausgebaut werden – auch, um hierbei im internationalen Vergleich aufzuholen. Dafür müssen rechtliche Rahmenbedingungen angepasst werden, gute Organisations- und Unterstützungsformen gefunden werden und die Aufgabe der Weiterbildung systematisch in die Entwicklungsplanung der Hochschulen einbezogen werden. Der Wissenschaftsrat ruft Politik und Hochschulen auf, strategische Anreize zu schaffen, um die Hochschulen als Orte lebenslangen Lernens zu stärken.

Der im Juli 2016 verabschiedete dritte Teil der Reihe, die Empfehlungen zur Gewinnung, Integration und Qualifizierung internationaler Studierender, befasst sich mit der Situation und der Bedeutung dieser Studierendengruppe. Dabei geht er auch auf die Bedarfe Zugewanderter mit ausländischem Hochschulabschluss sowie studieninteressierter Flüchtlinge ein. Hochschulen und Politik werden zu einem verstärkten Engage­ment für internationale Studierende aufgerufen, um deren besonderes Potential noch besser auszuschöpfen. Generell sieht der Wissenschaftsrat die Notwendigkeit, alle Studierenden gezielt auf die Anforderungen des Berufslebens vorzubereiten. 

Der im Oktober 2015 vorgelegte zweite Teil der Empfehlungsreihe, die Empfehlungen zum Verhältnis von Hochschulbildung und Arbeitsmarkt, weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass ein Studium immer zugleich der fachwissenschaftlichen Bildung, der Persönlichkeitsentwicklung und der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt dienen muss. Ein Hochschulabschluss sollte entsprechend sowohl Wege in eine wissenschaftliche Weiterqualifizierung als auch die Möglichkeit eines erfolgreichen Berufseinstiegs eröffnen.

In den Empfehlungen zum Verhältnis von beruflicher und akademischer Bildung, der im April 2014 verabschiedete erste Teilband der Reihe, fordert der Wissenschaftsrat zudem eine funktionale Balance und stärkere Verzahnung dieser beiden Bildungsbereiche. Die vierte und letzte Teilempfehlung wird sich mit dem Ausbau und der Ausgestaltung hochschulischer Weiterbildungsangebote befassen. Die Vorlage wird für Anfang 2019 angestrebt.

Die Empfehlungen zur Hochschulgovernance (2018) formulieren ein Analyseinstrument, mit dem die Mitglieder von Hochschulen Strukturen und Prozesse in der Governance ihrer Hochschule überdenken und neu gestalten können. Angesichts der starken Veränderungen, die die Hochschulreformen der letzten Jahrzehnte gebracht haben, sieht der Wissenschaftsrat es als notwendig an, die gemeinsame Verantwortung in der Hochschule zu stärken und die auf organisationale Handlungsfähigkeit zielenden Veränderungen mit der Eigenrationalität der Wissenschaft in Einklang zu bringen. Das Analyseinstrument betont, dass Governance keine reine Leitungsaufgabe ist, sondern auf verschiedene Arten erfolgen kann, die mit jeweils anderen Chancen und Risiken einhergehen. Um sich in diesem Sinne weiterzuentwickeln, benötigen die Hochschulen stabile Rahmenbedingungen, eine ausreichende Finanzierung sowie ein hohes Maß an Autonomie im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten. 

In den Empfehlungen zur Internationalisierung von Hochschulen (2018) gibt der Wissenschaftsrat Hinweise, wie die wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland ihre Internationalisierung unter veränderten weltpolitischen Rahmenbedingungen vorantreiben können. Angesichts aufstrebender neuer Wissenschaftsgesellschaften, aber auch einer zunehmenden Wissenschaftsskepsis bis hin zu Wissenschaftsfeindlichkeit in Staaten innerhalb und außerhalb Europas sollten die Hochschulen neue und alte Partnerschaften pflegen und ausbauen und dabei klar für eigene Werte und Qualitätsansprüche eintreten. Zudem benötigen sie verbesserte Rahmenbedingungen für ihre Internationalisierung, insbesondere zusätzliche Beratungsangebote für Aktivitäten in neuen Partnerstaaten und eine auskömmliche Grundfinanzierung.

Mit dem Positionspapier Strategien für die Hochschullehre (2017) nimmt der Wissenschaftsrat Hochschulen und Wissenschaftspolitik in die gemeinsame Verantwortung, nachhaltige Strategien zur Verbesserung der Lehre zu entwickeln. Das Papier beschreibt geeignete institutionelle Strukturen und Anreize, um das Engagement in der Lehre zu fördern und zu belohnen, etwa durch eine systematische didaktische Qualifizierung sowie durch eine stärkere Berücksichtigung der vielfältigen Lehrleistungen bei Berufungen und bei der Berechnung des Lehrdeputats. Um die vielen gelungenen Einzelprojekte im Bereich der Lehre besser zu vernetzen, in die Breite zu tragen und eine dauerhafte Fördermöglichkeit für innovative Lehrprojekte zu schaffen, schlägt der Wissenschaftsrat Bund und Ländern vor, die Einrichtung einer eigenständigen Organisation zur Entwicklung und Förderung der Hochschullehre zu prüfen.

Mit dem Positionspapier Empfehlungen zu wissenschaftlicher Integrität (2015) möchte  der Wissenschaftsrat die Aufmerksamkeit auf eine umfassende Kultur der Redlichkeit und Qualität an wissenschaftlichen Einrichtungen richten und geht damit über die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis noch einen Schritt hinaus. Bereits  2011 hatte sich der Wissenschaftsrat in einem Positionspapier mit den Anforderungen an die Qualitätssicherung der Promotion befasst und zu diesem Zweck die Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden, Begutachtung, Standardbildung, kollegiale Verantwortung und Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten genauer in Augenschein genommen.

Die Empfehlungen zu Karrierezielen und -wegen an Universitäten (2014) zielen auf eine Veränderung der Personalstruktur. Kernempfehlung ist eine Erhöhung des Anteils der Professuren am wissenschaftlichen Personalbestand und eine Erhöhung der Zahl unbefristet beschäftigter wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für den Weg zur Professur empfiehlt der Wissenschaftsrat die Tenure Track-Professur als konzeptionelle Weiterentwicklung der Juniorprofessur. Für die unbefristete Beschäftigung wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfiehlt der Wissenschaftsrat offen zugängliche Stellen, transparente Auswahlverfahren und Möglichkeiten der Personalentwicklung.

Mit den Empfehlungen zur Personalgewinnung und -entwicklung an Fachhochschulen (2016) setzt sich der Wissenschaftsrat mit dem besonderen Aufgaben- und Personalprofil dieses Hochschultyps auseinander. Vor allem die Gewinnung von Professorinnen und Professoren mit der für Fachhochschulen charakteristischen Dreifachkompetenz in Lehre, Forschung und Berufspraxis, aber auch die Gewinnung weiteren wissenschaftlichen Personals gestaltet sich zunehmend schwierig. Zur Lösung dieses Problems empfiehlt der Wissenschaftsrat, die Wege zur Fachhochschulprofessur intensiver zu begleiten und zu strukturieren, die Professur attraktiver auszugestalten und Angebote für eine gezielte und umfassende Personalentwicklung zu entwickeln. Dauerhafte Vernetzungsstrukturen, sog. Kooperationsplattformen, sollen es den Fachhochschulen ermöglichen, diese Maßnahmen in Kooperation mit hochschulischen und außerhochschulischen Partnern optimal umzusetzen und den Wissens- und Technologietransfer zu stärken.

Das vorliegende Arbeitsprogramm des Wissenschaftsrates gilt für die erste Hälfte des Jahres 2019. Der Wissenschaftsrat hat es am 25. Januar 2019 verabschiedet.

Ansprechpartnerin:
Dr. Sabine Behrenbeck
behrenbeck(at)wissenschaftsrat.de
Telefon +49 (0)221 3776-234

Ausschuss Tertiäre Bildung | Ausschuss

Vorsitz: Frau Professorin Dr. Martina Brockmeier
Betreuung in der Geschäftsstelle: Frau Dr. Sibylle Bolik

Der Ausschuss Tertiäre Bildung hat folgende Aufgaben: Er ist zuständig für die Erarbeitung kurzfristiger Positionspapiere zu aktuellen Situationen im Bereich Hochschulbildung und Organisationsentwicklung von Hochschulen, die dem Wissenschaftsrat zur Verabschiedung vorgelegt werden; er widmet sich dauerhaft relevanten Themen, zu denen sich der Wissenschaftsrat regelmäßig äußert, und sondiert neue Themen im Hinblick darauf, ob Handlungsbedarf besteht und der Wissenschaftsrat hierzu Empfehlungen abgeben sollte. Sofern er nicht selbst ein Thema in einem Positionspapier bearbeiten kann, schlägt der Ausschuss dem Wissenschaftsrat vor, neue Themen in sein Arbeitsprogramm aufzunehmen. Außerdem erarbeitet der Ausschuss gelegentlich wissenschaftspolitische Stellungnahmen zu statistischen Analysen oder Evaluationsberichten. Sein Pendant sind die Ausschüsse Forschung und Medizin, mit denen er sich eng abstimmt bzw. themenbezogen zusammenarbeitet. Die Vorsitzende bzw. der Vorsitzende des Wissenschaftsrats hat qua Amt den Vorsitz inne. Derzeit erarbeitet der Ausschuss ein Positionspapier zum Thema "Wissenschaftliche Disziplinen, Interdisziplinarität und Spezialisierung von Studiengängen".

Postgraduale Qualifikationsphase an Kunst- und Musikhochschulen | Arbeitsgruppe

Vorsitz: Frau Professorin Dr. Margit Szöllösi-Janze
Betreuung in der Geschäftsstelle: Herr Dr. Fabian Lausen

Traditionell besteht an den deutschen Kunst- und Musikhochschulen die Möglichkeit, an ein erfolgreiches Hochschulstudium eine zusätzliche Phase anzuschließen, die besonders interessierte und förderwürdige Absolventinnen und Absolventen zu einer vertieften und selbständigen wissenschaftlichen (Promotion) oder künstlerischen (Konzertexamen, Meisterschüler) Qualifikation führen soll. Ergänzend ist an einigen Standorten seit einigen Jahren die Option hinzugetreten, eine wissenschaftliche Dissertation im Rahmen des Promotionsverfahrens mit einer künstlerischen Leistung zu verbinden. Zwischenzeitlich wurde zudem in einigen Ländern zum Teil versuchsweise ein zusätzlicher Weg einer „wissenschaftlich künstlerischen", ,,künstlerisch-wissenschaftlichen" Promotion eingerichtet oder es wird über eine rein „künstlerische" Promotion nachgedacht, dies auch mit Blick auf neue, zusätzliche Karrierewege zur künstlerischen Professur und die entsprechende Ausstattung.

Aus der Perspektive der Länder sollte die Rechtssetzung den fachlichen Erfordernissen zur Entwicklung der Künste, den Qualifikationsanforderungen an die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer an den Kunst- und Musikhochschulen und förderlichen strukturellen Rahmenbedingungen für die Gewinnung künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchses genügen.

Mit Schreiben vom 28. Juni 2018 hat die Kultusministerkonferenz den Wissenschaftsrat um fachliche und strukturbezogene Empfehlungen zur weiteren Ausgestaltung der postgradualen („dritten“) Qualifikationsphase an Kunst- und Musikhochschulen gebeten. Diese sollen unter Einbeziehung der etablierten Qualifikationsformate die Charakterisierung und Möglichkeiten der künstlerischen Forschung und ihrer Qualitätssicherung mit betrachten. Auch soll untersucht werden, ob und ggf. in welchen Dimensionen die Gewinnung künstlerischen Nachwuchses für die Kunst- und Musikhochschulen institutionalisiert und formal in Karrierewegen geordnet werden sollte und inwieweit dafür geeignete Entwicklungspfade, strukturelle Zuordnungen und spezifische Fördermaßnahmen in den Blick genommen werden können.

Der Wissenschaftsrat wird im Winter 2018/2019 eine entsprechende Arbeitsgruppe einsetzen.

Rahmenbedingungen für Lehr- und Studienqualität | Arbeitsgruppe

Vorsitz: Frau Professorin Dr. Heike Krieger
Betreuung in der Geschäftsstelle: N.N.

Nach einer Phase des Ausbaus von Studienkapazitäten wird die Nachfrage nach Studienplätzen im nächsten Jahrzehnt in der Summe absehbar auf hohem Niveau verbleiben. Die Hochschulen stehen somit am Beginn einer Konsolidierungsphase, in der sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die Verbesserung der Lehr- und Studienqualität richtet.

Anschließend an die Positionspapiere zu „Strategien für die Hochschullehre“ (2017) und zur „Hochschulbildung im Anschluss an den Hochschulpakt 2020“ (2018), mit denen der Wissenschaftsrat Anstöße zur Weiterentwicklung der Lehre und zur künftigen Finanzierung der Hochschulbildung gegeben hat, soll eine Arbeitsgruppe qualitative und quantitative Aspekte der Hochschulbildung im Zusammenhang betrachten. Damit die Hochschulen einer großen Zahl studierwilliger junger Menschen ein hochwertiges Studium und einen erfolgreichen Studienabschluss ermöglichen können, sind mehrere Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen spielt die Gestaltung der Hochschulzulassung und der Studieneingangsphase eine entscheidende Rolle. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die zunehmende Heterogenität von Studienanfängerinnen und -anfängern sowie die Ausgestaltung des digitalen Wandels. Im Studienverlauf sind darüber hinaus gute Betreuungsrelationen wesentlich sowohl für die individuelle Beratung und Betreuung wie auch für die Gestaltung des Lehrangebots. Die Verbesserung des Studienerfolgs bei gleichzeitiger Sicherung des Anspruchsniveaus ist auf Seiten der Lehrenden mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Diese müssen geeignete Rahmenbedingungen und Infrastrukturen erhalten, um den vielfältigen Aufgaben im Rahmen von Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung nachzukommen.

Die Hochschulen haben für die genannten Herausforderungen in den vergangenen Jahren unterschiedliche Lösungsansätze erarbeitet, die von der Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates systematisch analysiert und in Bezug auf ihre Wirksamkeit ausgewertet werden sollen. Dabei sind sowohl die Ergebnisse des Qualitätspakts Lehre als auch die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für Lehr- und Studienqualität einzubeziehen. Die Arbeitsgruppe wird ihre Beratungen in der ersten Jahreshälfte 2019 aufnehmen.

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