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Pressemitteilungen

NUMMER 28 vom 24. Oktober 2016

Universitätsmedizin zukunftsfähig machen | Stärkung der universitären Medizin als wissenschaftliches Fundament des Gesundheitssystems

Mit den „Perspektiven der Universitätsmedizin“ legt der Wissenschaftsrat ein umfassendes Programm zur Weiterentwicklung der universitären Medizin in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren vor. Seine Empfehlungen richten sich auf die Rahmenbedingungen und Ressourcen, die die Universitätsmedizin benötigt, um ihren Aufgaben in Forschung, Lehre und Krankenversorgung auch künftig gerecht werden zu können. „Mit diesem singulären Aufgabenverbund bildet die Universitätsmedizin das wissenschaftliche Fundament des Gesundheitssystems“, so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Manfred Prenzel. „Dieses Fundament gilt es angesichts des sich beschleunigenden wissenschaftlich-technologischen Fortschritts in der Medizin wie auch mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu stärken.“

Der Wissenschaftsrat stellt dazu zwei komplementäre Ansätze vor, die parallel verfolgt werden sollten. Zum einen sollten bestehende Strukturen und Rahmenbedingungen an allen universitätsmedizinischen Standorten weiterentwickelt werden, um die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Universitätsmedizin zu schaffen. Dazu gehören insbesondere verbesserte Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, der für die Zukunft der klinischen Forschung in Deutschland entscheidend ist. Hier müssen für unterschiedliche Gruppen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern strukturierte Karrierewege angelegt und Zielpositionen auch neben der Professur definiert werden. Handlungsbedarf erkennt der Wissenschaftsrat außerdem bei der Qualitätssicherung von Forschung und Lehre und bei der Weiterentwicklung von Forschungs- und informationstechnologischen Infrastrukturen. Auch sollte das innovative Potenzial der Universitätsmedizin in größerem Umfang als bisher auf allen Ebenen der Krankenversorgung nutzbar gemacht werden. Alle empfohlenen Maßnahmen sind Beiträge zur Stärkung der Translation als einer Kernaufgabe der Universitätsmedizin.

Diese Maßnahmen werden aber nicht ausreichen, um die Dynamik der innerfachlichen und fachübergreifenden Differenzierung abzubilden, den medizinischen Fortschritt für die Gesundheitsversorgung bestmöglich nutzbar zu machen und die Zukunftsfähigkeit der deutschen Universitätsmedizin im internationalen Wettbewerb sicherzustellen. Der Wissenschaftsrat schlägt daher einen zweiten, grundlegend neuen Ansatz vor: Er empfiehlt den Aufbau von Profilbereichen in der Universitätsmedizin, die sich durch arbeitsteilige Organisationsstrukturen auszeichnen und so dem fachlichen Differenzierungsprozess in Forschung, Lehre und Klinik Raum geben. Dabei sollen Profilbereiche spezifischen Anforderungen unter anderem an Forschungs- und Translationsleistungen, Weiterbildungsstrukturen, Karrierewege und -ziele für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie an die Qualitätssicherung von Forschung und Versorgung genügen. Regelmäßige Evaluationen mit Konsequenzen für die Ausstattung sind unabdingbar.

Um die Universitätsmedizin zu den notwendigen strukturellen Veränderungen zu befähigen, erachtet der Wissenschaftsrat ein wettbewerbliches Verfahren als geeignet, das auf dem Prinzip des Forderns und Förderns basiert. Gefordert sind kreative Konzepte für innovative Organisationsstrukturen, die sich im Wettbewerb als zukunftsweisend qualifizieren. „Profilbereiche sind auch Indikatoren für die Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit der universitätsmedizinischen Standorte“, erklärt Manfred Prenzel. „Erfolgreiche Profilbereiche können und sollen als Nukleus für weitergehende Reformprozesse in der Universitätsmedizin wirksam werden.“ Angesichts der Systemrelevanz der universitären Medizin für das deutsche Gesundheitssystem betrachtet der Wissenschaftsrat die Förderung von Profilbereichen als eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern.

Voraussetzung dafür, dass die empfohlenen Maßnahmen wirksam werden können, ist eine aufgaben- und leistungsgerechte Finanzierung der wissenschaftlichen und Versorgungsaufgaben. Der Wissenschaftsrat macht außerdem darauf aufmerksam, dass die Universitätsmedizin an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem vor vielfältigen und zum Teil konträren Anforderungen steht. Ihre Akteursfähigkeit sollte daher so gestärkt werden, dass sie in der Lage ist, ihre spezifischen Belange in beiden Systemen zu vertreten.

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