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Pressemitteilungen

NUMMER 23 vom 17. Juli 2017

Nächste Generation von Forschungsinfrastrukturen bewertet | Wissenschaftsrat schließt zum zweiten Mal vergleichende wissenschaftsgeleitete Bewertung ab

Zwölf Konzepte für umfangreiche Forschungsinfrastrukturen hat ein vom Wissenschaftsrat eingesetzter Ausschuss auf Bitte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung detailliert begutachtet und vergleichend bewertet. Dabei handelt es sich um Instrumente, Großgeräte und Informationsinfrastrukturen aus den Gebieten Natur- und Technikwissenschaften, Umwelt- und Erdsystemwissenschaften sowie Biowissenschaften und Medizin. Ziel des Bewertungsverfahrens ist es, eine Entscheidungsgrundlage für die Aufnahme von Infrastrukturvorhaben in die Nationale Roadmap in der kommenden Legislaturperiode zu schaffen. Mit der erneuten Durchführung des wissenschaftsgeleiteten Bewertungsverfahrens ist das in einem 2013 abgeschlossenen Pilotprozess erprobte Verfahren nunmehr fest etabliert.

Für die Aufnahme in das Roadmap-Verfahren und damit auch in die wissenschaftsgeleitete Bewertung kamen Vorhaben von nationaler Bedeutung in Frage, die auf eine lange Nutzungsdauer von mindestens 10 Jahren angelegt sind und deren Nutzung offen und auf Basis wissenschaftlicher Qualitätsmaßstäbe geregelt ist. Die Investitionskosten müssen mindestens 50 Mio. Euro, bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Vorhaben 20 Mio. Euro betragen. Bewertet werden können sowohl lokalisierte als auch verteilte Infrastrukturvorhaben. Bei internationalen Vorhaben ist der deutsche Anteil Gegenstand der Bewertung.

Alle Vorhaben wurden in vier Dimensionen bewertet:

_ Die Dimension Wissenschaftliches Potenzial erfasst die Bedeutung des Vorhabens für die Erschließung neuer oder die Entwicklung bestehender Forschungsfelder.

_ In der Dimension Nutzung werden die Größe und Herkunft der Nutzergruppen sowie die Regelung des Zugangs zur geplanten Forschungsinfrastruktur geprüft. Auch das Datenkonzept spielt hier eine Rolle.

_ Die Dimension Umsetzbarkeit umfasst technische sowie personelle und institutionelle Voraussetzungen der Trägereinrichtung(en) und damit verbundene Risiken.

_ In der Dimension Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland werden die Relevanz des Vorhabens für Deutschlands Wissenschaftslandschaft sowie die Auswirkungen auf deren Sichtbarkeit und Attraktivität bewertet.

Jedes Vorhaben wurde zunächst von drei Gutachterinnen und Gutachtern begutachtet, die zu mehr als 85 % aus dem Ausland kamen. Auf Basis der Gutachten und der darin aufgeworfenen Fragen fand eine Diskussion mit den Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Konzepte statt. Anschließend wurden zunächst die Einzelgutachten zusammengeführt, um dann in jeder der vier genannten Dimensionen die Vorhaben miteinander zu vergleichen.

Der Vergleich diente dazu, die qualitativen Bewertungen über die verschiedenen Wissenschaftsgebiete hinweg auszutarieren, mündete aber auch in der Vergabe von standardisierten Bewertungen auf einer fünfstufigen Skala von ausreichend bis herausragend in jeder der Bewertungsdimensionen. Gesamtbewertungen oder Rangplätze wurden nicht vergeben.

Parallel wurden alle Vorhaben im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch einen Projektträger einer wirtschaftlichen Bewertung unterzogen. Die Ergebnisse beider Verfahren werden in der kommenden Legislaturperiode Grundlage für die Entscheidung der Bundesregierung über die Aufnahme in die Nationale Roadmap sein. Mit der Veröffentlichung der Nationalen Roadmap ist Anfang 2018 zu rechnen.

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