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Pressemitteilungen

NUMMER 28 vom 23. Oktober 2017

Verteilte Stärken zu gemeinsamer Wettbewerbsfähigkeit ausbauen | Thüringer Ingenieurwissenschaften können von strategischer Abstimmung wesentlich profitieren

Um den Ingenieurwissenschaften in Thüringen mehr Sichtbarkeit zu verleihen und sie zukunftssicher aufzustellen, sollen sich die Hochschulen des Landes zu einer strategischen Allianz zusammenschließen. So lautet die Kernempfehlung des Wissenschaftsrats an die sechs begutachteten Thüringer Hochschulen mit ingenieurwissenschaftlichen Angeboten.

Insgesamt fällt das Urteil des Wissenschaftsrats über die Ingenieurwissenschaften an den Thüringer Hochschulen positiv aus. Die Technische Universität Ilmenau, die Bauhaus-Universität Weimar, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die Fachhochschule Erfurt, die Hochschule Schmalkalden sowie die Hochschule Nordhausen besitzen klar differenzierte, komplementäre Profile. Sie ergänzen sich sowohl thematisch als auch in den Leistungsdimensionen Lehre, Forschung und Transfer. Die strukturellen Zentren der Ingenieurwissenschaften befinden sich in Ilmenau und Jena, wobei auch und gerade die peripher gelegenen Hochschulen Innovationsmotoren ihrer Region sind. Über spezifische Studien- und Weiterbildungsangebote sowie gemeinsame Forschungsprojekte sind sie oft eng mit den Unternehmen am Standort verknüpft.

Zugleich stehen die Thüringer Hochschulen vor bedeutenden, sie alle gleichermaßen betreffenden Herausforderungen. So erschweren der demografisch bedingte Rückgang der Studienberechtigten, die geringe Zahl von Großunternehmen im Land sowie künftig wegfallende Strukturmittel ihre Positionierung im bundesweiten Wettbewerb.

„Mehr werden als die Summe ihrer zweifellos soliden Teile ­­– das ist der Kernappell an die Thüringer Ingenieurwissenschaften“, erklärt die Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Martina Brockmeier. „Mit ihren bestehenden Potenzialen kann es ihnen in Zukunft durchaus gelingen, sich im Wettbewerb um Studierende und Drittmittel besser aufzustellen und das Land als Innovationsstandort weiter voranzubringen.“

Um ihre Potenziale vollständig ausschöpfen zu können, müssen die Hochschulen ihre jeweiligen Stärken bündeln. In der Forschung, insbesondere in der Verbundforschung,  bedeutet dies, Grundlagen- und Anwendungsforschung zusammenzuführen und sich intensiver an nationalen und europäischen Förderprogrammen zu beteiligen. Mit dem Landesprogramm für industrienahe Forschergruppen und den Innovationszentren in Ilmenau und Jena finden die Hoch­schulen bereits einen guten strukturellen Rahmen vor, um sich untereinander sowie mit der Industrie und der außeruniversitären Forschung zu vernetzen.

In der Lehre können die Hochschulen gemeinsam voranschreiten, indem sie ihr differenziertes Angebot für Studierende der jeweils anderen Hochschulen über Wahlpflicht­module öffnen. Um den Studienerfolg in den Ingenieurwissenschaften zu erhöhen, sollten die Hochschulen aus den teils vielversprechenden Einzelmaßnahmen übergreifende Best Practices entwickeln. Die Studienorganisation folgt bereits an mehreren Hochschulen innovativen Modellen: Modulbaukastensysteme in den Grundlagenfächern der Ingenieurwissenschaften gestalten die Lehre effizient und sind didaktisch sinnvoll.

Das bestehende ingenieurwissenschaftliche Studienangebot in Thüringen hält der Wissenschaftsrat für inhaltlich, räumlich und strukturell hinreichend differenziert. Stark spezialisierte Studiengänge sollten die Thüringer Hochschulen jedoch künftig auf ihre Profilbereiche beschränken, da die dynamische Entwicklung im Ingenieurwesen von den Absolventinnen und Absolventen primär ein breites Grundlagenwissen verlangt.

Eine große Chance für die Thüringer Ingenieurwissenschaften sieht der Wissenschaftsrat in der Weiterbildung. Abgestimmte Angebote können zusätzliche Studierende anziehen und die Verzahnung mit den Unternehmen der Region weiter intensivieren.

Perspektiven, um die Thüringer Ingenieurwissenschaften gezielt weiterzuentwickeln, bietet auch das Themenfeld Digitalisierung. Mit Schwerpunkten wie „Digital Engineering“, und „Building Information Modeling“ bestehen bereits vielversprechende Ansätze für interdisziplinäre Forschungsprojekte. Eingebettet in die landesweite Digitalisierungsstrategie könnte ein digitaler Campus die Thüringer Ingenieurwissenschaften in wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht weiter profilieren.

Damit die Hochschulen nachhaltig wettbewerbsfähig sein können, sollten ihre professoralen Ressourcen erhalten, Stellen im Mittelbau geschaffen und eine grundlegende Ausstattung mit apparativen Ressourcen weiterhin gesichert werden. Ohne die Unterstützung durch das Land werden die personelle und sächliche Ausstattung der Hochschulen, die bislang vielfach durch EU-Fördermittel und Drittmittel finanziert sind, künftig nicht auskommen. Mit Hilfe zusätzlicher Förderprogramme, die sich speziell auch an die Fachhochschulen richten, kann das Land Thüringen weiterhin die richtigen strukturellen und inhaltlichen Impulse für eine aussichtsreiche Zukunft seiner ingenieurwissenschaftlichen Standorte setzen. Um die Strategien der Hochschulen besser mit der Landesstrategie verzahnen zu können, empfiehlt der Wissenschaftsrat zudem, dass Land und Hochschulen ein übergreifendes Basisdatensystem entwickeln.

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