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Pressemitteilungen

NUMMER 04 vom 29. Januar 2018

Stärkung der Kultur-, Medien- und Wirtschaftsforschung in der Leibniz-Gemeinschaft | Zwei Aufnahmeanträge und eine strategische Erweiterung positiv bewertet

Der Wissenschaftsrat hat sich für die Aufnahme des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung, Hamburg, sowie des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL), Berlin, in die Leibniz-Gemeinschaft ausgesprochen. Außerdem hat er den Antrag des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, auf Erweiterung um eine neue Abteilung „Design von Märkten und Institutionen in Europa“ positiv bewertet. Damit könnten die Kultur-, Medien- und Wirtschaftswissenschaften in der Leibniz-Gemeinschaft weiter ausgebaut und gestärkt werden. Die Entscheidung über die Aufnahme der beiden Institute und die Erweiterung des ZEW liegt nun bei der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK).

Potenzial sieht der Wissenschaftsrat auch beim ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund. „Das ILS hat sich zuletzt vielversprechend entwickelt und sollte diesen Weg konsequent fortsetzen“, so Martina Brockmeier, Vorsitzende des Wissenschaftsrates. „Aktuell erfüllt das Institut die Anforderungen für eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft allerdings noch nicht.“ Zu den Stellungnahmen im Einzelnen:

Das international renommierte Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg erforscht auf hohem wissenschaftlichem Niveau die öffentliche Kommunikation in der Mediengesellschaft. Dabei zeichnet sich das Institut durch eine deutschlandweit einzigartige und sehr fruchtbare Verbindung von sozialwissenschaftlicher Kommunikationswissenschaft und rechtswissenschaftlicher Regulierungsforschung aus. Neben richtungsweisender Grundlagenforschung und bedeutenden empirischen Studien beispielsweise zur Internetnutzung von Kindern hebt der Wissenschaftsrat die vielfältigen Transferleistungen des Bredow-Instituts besonders positiv hervor. „Durch die Verknüpfung interdisziplinärer Medienforschung und kompetenter Beratung von Politik und Öffentlichkeit leistet das Bredow-Institut einen sehr wertvollen Beitrag zur konstruktiven Auseinandersetzung mit den sozialen und rechtlichen Herausforderungen des medialen Wandels“, erklärt Brockmeier. Den Antrag auf Aufnahme des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern bewertet der Wissenschaftsrat insgesamt als „sehr gut“.


Von sehr guter Qualität ist auch die Forschung des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL), Berlin. Ursprünglich hervorgegangen aus der Akademie der Wissenschaften der DDR stößt das ZfL vor allem mit seinen Beiträgen zur interdisziplinären Begriffs- und Theoriegeschichte international auf große Resonanz. Seine historischen Analysen von wissenschaftlichen Konzepten und Begriffen wie etwa „Diversität“ erweitern und schärfen die Perspektiven aktueller gesellschaftlicher Debatten. Der Wissenschaftsrat wertet das Vorhaben des ZfL positiv, künftig auch der Literaturforschung wieder größeres Gewicht beizumessen und das Weltliteratur-Konzept weiterzuentwickeln. Positiv hebt er das Gastwissenschaftlerprogramm hervor, das den internationalen Austausch fördert. „Angesichts des in vielen Ländern wachsenden politischen, aber auch des finanziellen Drucks auf die Geisteswissenschaften wird das ZfL als Forum internationaler wissenschaftlicher Reflexion wie Selbstreflexion weiter an Bedeutung gewinnen“, so Brockmeier. Der Antrag auf Aufnahme des ZfL in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern wird insgesamt als „sehr gut“ bewertet.


Das ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, Dortmund, widmet sich der sozial- und raumwissenschaftlich ausgerichteten Stadtentwicklungsforschung. „Dieses Forschungsfeld hat durch wachsende Herausforderungen und Ansprüche an Städte stark an Bedeutung für die Gesellschaft und den Staat gewonnen“, so Brockmeier. „Die Forschung des ILS zeichnet sich durch eine Verknüpfung von Mobilitäts- und Städtebauforschung aus. Das Institut hat gute Konzepte entwickelt, muss aber deren Umsetzung noch weiter vorantreiben.“ Um den Anforderungen für eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft zu genügen, müssen die vier Forschungsgruppen auf ein gleichermaßen hohes Niveau gebracht sowie die Publikationsaktivitäten und die Drittmitteleinwerbung intensiviert werden. International ist das ILS zu wenig vernetzt und sichtbar. Den Antrag auf Aufnahme des ILS in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern bewertet der Wissenschaftsrat daher insgesamt als „nicht hinreichend“.


Im Zuge einer strategischen Erweiterung beabsichtigt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, seine Forschungsmission um das Arbeitsgebiet „Design von Märkten und Institutionen in Europa“ zu ergänzen. „Marktdesign ist ein junges, vielversprechendes und in der Politikberatung des öffentlichen Sektors inzwischen stark nachgefragtes Forschungsfeld der Wirtschaftswissenschaften“, so die Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Martina Brockmeier. „Das ZEW mit seinem einmaligen Mix aus eigener Forschung, Transfer- und Infrastrukturleistungen ist ein idealer Ort, um dieses praxisrelevante Arbeitsgebiet dauerhaft in Deutschland und Europa zu verankern.“ Damit die Marktdesignforschung in das gesamte Institut von Beginn an erfolgreich integriert werden kann, sollte das ZEW zusätzliche Betreuungskapazitäten für Doktorandinnen und Doktoranden schaffen und die Kooperationen mit der universitären Grundlagenforschung weiter ausbauen. Den Antrag auf Aufnahme der strategischen Erweiterung des ZEW in die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern bewertet der Wissenschaftsrat insgesamt als „sehr gut“.


Der Anstoß zu den drei Begutachtungsverfahren ging von der GWK aus. Sie hat den Wissenschaftsrat im Oktober 2016 gebeten, drei Institute daraufhin zu begutachten, ob sie den Anforderungen für eine Neuaufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft genügen. Zudem sollte er zu der angestrebten strategischen Erweiterung des ZEW Stellung nehmen. Geprüft werden sollten in allen vier Fällen die wissenschaftliche Qualität der Einrichtungen bzw. der Erweiterungsmaßnahme, ihre überregionale Bedeutung und ihre strukturelle Relevanz für das deutsche Wissenschaftssystem insgesamt. Im Ergebnis sollten die vier Anträge priorisiert werden; hierfür stand dem Wissenschaftsrat eine Skala von „exzellent“ über „sehr gut“ und „gut“ bis „nicht hinreichend“ zur Verfügung. Für seine Empfehlung sollte der Wissenschaftsrat überdies die Stellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft berücksichtigen, die aufgefordert war, den strategischen Nutzen der Einrichtungen bzw. der Erweiterung für die Leibniz-Gemeinschaft und deren institutionelle Passfähigkeit zu beurteilen.

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