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Pressemitteilungen

NUMMER 20 vom 22. Oktober 2018

Vier Entscheidungen im Verfahren der Institutionellen Akkreditierung

Auf seinen Herbstsitzungen hat der Wissenschaftsrat vier Verfahren der Institutionellen Akkreditierung beraten. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Die ESMT (European School of Management and Technology), Berlin, wird vom Wissenschaftsrat mit Auflagen für weitere fünf Jahre als Hochschule, die einer Universität gleichzustellen ist, reakkreditiert. Ferner empfiehlt der Wissenschaftsrat dem Land Berlin, das Promotionsrecht der ESMT ebenfalls befristet für die Dauer von fünf Jahren zu verlängern.

Die Hochschule wurde im Jahr 2003 vom Land Berlin staatlich anerkannt, 2008 zunächst für fünf Jahre vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert und dann im Jahr 2013 für zehn Jahre reakkreditiert. Ebenfalls 2013 verlieh das Land Berlin der ESMT auf Empfehlung des Wissenschaftsrates das auf fünf Jahre befristete Promotionsrecht. Ihren rund 300 Studierenden bietet die ESMT einen Vollzeit- und einen Executive-MBA-Studiengang sowie einen forschungsorientierten Masterstudiengang an. Der inhaltliche Fokus in Lehre und Forschung liegt auf betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekten von Management.

Ihren institutionellen Anspruch einer Hochschule mit Promotionsrecht löst die ESMT aufgrund ihrer Forschungsleistungen, ihrer institutionellen Rahmenbedingungen für die Forschung sowie ihres Personalkörpers uneingeschränkt ein. Die internationale Ausrichtung der Hochschule wird überzeugend umgesetzt. Die bisherigen Forschungsleistungen und der erfolgreiche Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit renommierten Partnern im In- und Ausland zeigen, dass es der ESMT gelungen ist, sich als forschungs­starke Hochschule international sichtbar zu positionieren.

Die für ein eigenständiges Promotionsrecht notwendige disziplinäre Breite wird durch die im Profil der Hochschule verankerte Verbindung von Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre hinreichend sichergestellt. Ihre sehr gute Einbettung in die Berliner Wissenschaftslandschaft sowie Berufungen aus benachbarten Disziplinen (z. B. Psycho­logie und Soziologie) sind darüber hinaus geeignet, die Anbindung an einen breiteren wissenschaftlichen Kontext sicherzustellen.

Durch ihre Beteiligung am Berlin Doctoral Program in Economics and Management (BDPEMS) ist die ESMT in ein anspruchsvolles strukturiertes Promotionsprogramm eingebunden. Der Wissenschaftsrat unterstützt die geplante Einführung eines eigenen strukturierten Promotionsprogramms, bestärkt die ESMT aber zugleich in ihrem Vorhaben, die Zusammenarbeit im Rahmen des BDPEMS fortzuführen. Kritisch sieht der Wissenschaftsrat die in der Promotionsordnung nicht präzise geregelten Anforderungen an kumulative Promotionen sowie die noch nicht in allen Bereichen hinreichenden Kompetenzen des zentralen Selbstverwaltungsorgans der ESMT. Er verbindet seine Entscheidung daher mit Auflagen zur Anpassung der Promotionsordnung und zur Hochschulsatzung.


Die Internationale Hochschule Liebenzell (IHL), Bad Liebenzell, wird vom Wissenschaftsrat für die Dauer von fünf Jahren mit Auflagen reakkreditiert.

Die Internationale Hochschule Liebenzell (IHL) wurde im Jahr 2011 gegründet und erhielt im selben Jahr die befristete staatliche Anerkennung durch das Land Baden-Württemberg. Die Hochschule ist aus einer nichthochschulischen Einrichtung hervorgegangen und im württembergischen Pietismus beheimatet. Sie wurde zuletzt 2014 reakkreditiert. Derzeit sind in drei Bachelor- und zwei Masterstudiengängen rund 250 Studierende eingeschrieben. Die IHL zeichnet sich durch einen Schwerpunkt in Evangelischer Theologie aus, der durch Bereiche wie Soziale Arbeit, Pädagogik und Beratung ergänzt wird.

Der Wissenschaftsrat würdigt die deutlich gestiegene Bedeutung der Forschung im Selbstverständnis der Hochschule sowie die erheblichen Anstrengungen zur Verbesserung der Forschungsleistungen. Hervorzuheben ist zudem der Erfolg der IHL in einem wettbewerblichen Verfahren des Landes zur Förderung innovativer Lehr- und Lernkonzepte. Die Studienbedingungen an der IHL sind sehr gut und die Hochschule verfügt über eine angemessene räumliche und sächliche Ausstattung.

Der Wissenschaftsrat verbindet die Reakkreditierung mit Auflagen zur Personalausstattung, zur Steigerung des Anteils hauptberuflicher Lehre sowie zur Governance der Hochschule.


Die Northern Business School – Hochschule für Management und Sicherheit (NBS), Hamburg, wird vom Wissenschaftsrat für die Dauer von drei Jahren mit Auflagen akkreditiert. Der Akkreditierungszeitraum verlängert sich bei fristgerechter Erfüllung der Auflagen auf fünf Jahre.

Die NBS wurde im Jahr 2014 durch die Freie und Hansestadt Hamburg befristet staatlich anerkannt. Der Studienbetrieb wurde im Sommersemester 2014 aufgenommen. Ihren derzeit rund 850 Studierenden bietet die NBS vier Bachelorstudiengänge und einen Masterstudiengang in Voll- und Teilzeitformaten an.

Mit ihren Kernbereichen Betriebswirtschaft und Sicherheitsmanagement ist es der NBS gelungen, sich innerhalb der vergleichsweise kurzen Zeit ihres Bestehens auf dem regionalen Bildungsmarkt zu etablieren und eine steigende Zahl von Studierenden zu gewinnen. Durch die Einführung des Studiengangs „Management Soziale Arbeit“ und des Kompetenzfeldes „Gesundheitsmanagement und Pflege“ im Studiengang „Betriebswirtschaft“ hat sich die Hochschule zuletzt inhaltlich neu positioniert. Es ist bislang nicht klar ersichtlich, wie die neuen fachlichen Schwerpunkte in das Profil der Hochschule integriert werden sollen. Die Leitungs- und Selbstverwaltungsstrukturen der NBS tragen den Anforderungen des Wissenschaftsrates an eine hochschuladäquate Governance nicht in allen Aspekten Rechnung. Auch das Berufungsverfahren bedarf im Interesse eines wissenschaftsgeleiteten Verfahrens einer Anpassung. Die bisherigen Forschungsleistungen sind auch unter Beachtung der jungen Existenz der Hochschule als verbesserungsbedürftig einzuschätzen. Auch die Literaturversorgung an der Hochschule wird als kritikwürdig erachtet.

Der Wissenschaftsrat verbindet die Akkreditierung mit Auflagen zur Grund- und Berufungsordnung, zur Steigerung der Forschungsleistungen sowie zur Verbesserung der Bibliotheksausstattung der Hochschule.


Die PFH – Private Hochschule Göttingen wird vom Wissenschaftsrat für die Dauer von fünf Jahren mit Auflagen reakkreditiert.

Die PFH wurde 1995 als Fachhochschule vom Land Niedersachsen unbefristet staatlich anerkannt und nahm den Studienbetrieb zum Wintersemester 1995/96 auf. Der Wissenschaftsrat hat die PFH zuletzt im Jahr 2014 für fünf Jahre reakkreditiert. Die PFH bietet ihren rund 3.400 Studierenden Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Management, Psychologie und Ingenieurwissenschaften an. Kennzeichnend für die PFH ist, dass sie Studiengänge sowohl als Präsenzstudium als auch im Fernstudium anbietet. Die PFH verfügt neben dem Hauptcampus in Göttingen über einen Standort in Stade sowie über zehn Fernstudienzentren in Deutschland und Österreich.

Der Wissenschaftsrat sieht in der Ausrichtung der PFH als „hybride Hochschule“ (Angebot von Präsenz- und Fernstudiengängen) ein anzuerkennendes Profil. Die PFH wird ihrem Anspruch gut gerecht, durch ihr Fernstudium ein flexibles und an die Bedürfnisse berufstätiger Menschen angepasstes Studienangebot bereitzustellen. Die Forschungsleistungen sind geeignet, die Forschungsbasierung der gegenwärtig angebotenen Masterstudiengänge sicherzustellen. Die Leitungs- und Organisationsstrukturen entsprechen weitgehend den Anforderungen des Wissenschaftsrates, allerdings sind zur Stärkung der akademischen Selbstverwaltung noch Änderungen an der Grund- und Berufungsordnung erforderlich. Die personelle Ausstattung der PFH erachtet der Wissenschaftsrat als insgesamt hinreichend, am Standort Stade ist sie in den Bereichen Verbundwerkstoffe und Wirtschaftsingenieurwesen jedoch nicht ausreichend. Zu beanstanden ist auch die Literatur- und Informationsversorgung der Studierenden an den Standorten Göttingen und Stade.

Seine Reakkreditierungsentscheidung verbindet der Wissenschaftsrat entsprechend mit Auflagen zur Governance sowie zur Personal- und Bibliotheksausstattung. Zudem wird eine Auflage zu einem Berechnungssystem für den Lehreinsatz und die Lehrbelastung der Professorinnen und Professoren ausgesprochen, aus dem hervorgehen muss, welche Lehraufgaben die Professorinnen und Professoren erfüllen und in welchem zeitlichen Umfang sie diese erbringen.

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