Wissenschaftsrat übernimmt Servicestelle der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit
Hochlaufphase der Plattform mit der konstituierenden Sitzung des Lenkungsgremiums gestartet
Quelle: KI
Am 16. Oktober 2026 ist die Hochlaufphase der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit mit der konstituierenden Sitzung des Lenkungsgremiums gestartet. Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit soll künftig die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und wissenschaftlichen Akteuren im Bereich der Forschungssicherheit koordinieren, über Risiken informieren und die Wissenschaftseinrichtungen, auch in Einzelfällen, zu Schutzmaßnahmen beraten. Darüber hinaus wird die Nationale Plattform für Forschungssicherheit eine fortlaufende nationale Risikoanalyse im Bereich Forschungssicherheit vornehmen.
Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit wird aus dem koordinierenden Lenkungsgremium und einer unterstützenden Servicestelle bestehen. Letztere übernimmt neben den vorbereitenden Arbeiten für das Lenkungsgremium operative Informations- und Beratungsaufgaben der Plattform und wird beim Wissenschaftsrat angesiedelt.
„Der heutige Start der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit ist ein wichtiger Schritt, der unseren Empfehlungen als Wissenschaftsrat folgt“, sagt der Vorsitzende des Wissenschaftsrats (WR), Wolfgang Wick. „In einer von systemischen Rivalitäten, geopolitischen Spannungen und hartem Wissenswettbewerb geprägten Welt braucht die Wissenschaft verlässliche Strukturen, um Risiken frühzeitig zu erkennen – ohne dabei die Offenheit und Freiheit zu opfern oder Chancen auf exzellente Wissenschaft zu vergeben. Die Plattform als Ort für einen Austausch auf Augenhöhe aller Akteure schafft genau das: eine gemeinsame Grundlage für Wissenschaft und Politik, um fundiert und klug zu handeln. Als Träger der Servicestelle wird sich der WR nun dafür einsetzen, dass wir dieses Instrument mit Leben füllen“, so Wick.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hatte sich am 18. Dezember 2025 mit den Wissenschaftsministerien der Länder und den Allianzorganisationen auf die Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verständigt. Seit Januar 2026 befand sich die Nationale Plattform für Forschungssicherheit in der Feinkonzeptionierung und Vorbereitung. Ab Januar 2027 soll sie ihre volle Einsatzfähigkeit erreichen.
Die Plattform geht auf Empfehlungen des WR zurück. In seinem im Mai 2025 erschienenen Positionspapier „Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche“ hatte der WR neben einer Plattform für Wissenssicherheit weitere Instrumente vorgeschlagen. Hierzu gehören etwa spezielle Einrichtungen für sicherheitsrelevante Forschung, die Innovation Hubs. Diese sind operative Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Sie sollen in einer hohe Anforderungen der Forschungssicherheit gewährleistenden Umgebung arbeiten und dabei unternehmerisch geführt, interdisziplinär sowie auf schnelle Anwendbarkeit ausgerichtet sein. Einzelne Hubs wurden bereits eingerichtet. Sie schließen die Lücke zwischen akademischer Grundlagenforschung und sicherheitsrelevanter Anwendung, die Universitäten (vor allem wegen fehlender Sicherheitsinfrastruktur) und nur wenige bestehende Akteure derzeit ausfüllen können.
Außerdem empfiehlt der WR die Einrichtung eines Strategischen Dialogforums, angesiedelt beim Nationalen Sicherheitsrat oder beim Kanzleramt – ein Ort, an dem aus unterschiedlichen Perspektiven Bedrohungslagen analysiert, Forschungsbedarf identifiziert und Strategien zum Umgang mit den unterschiedlichen Risiken systematisch zusammengeführt werden, technologieoffen und ohne ressortpolitische Scheuklappen. Ziel ist, eine gemeinsame Perspektive von Politik und Wissenschaft zu erarbeiten, etwa auch mit Blick auf die strategische Beschaffungspolitik der Bundesregierung.
Weitere Informationen
Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche | Positionspapier (Drs. 2485-25), Mai 2025 (PDF, 817KB, Datei ist nicht barrierefrei)
BMFTR | Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit, Dezember 2025