Wissenschaftsrat

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Forschungsbauten – exzellente Vorhaben bei steigenden Kosten und begrenzten Mitteln

Ausgabe 11 | 2021
Datum 26.04.2021

Auf seinen Frühjahrssitzungen hat der Wissenschaftsrat wie alljährlich eine Förderempfehlung für Forschungsbauten von Bund und Ländern verabschiedet. Von den neun vorliegenden Anträgen für die Förderphase 2022 werden acht im Umfang von 363 Millionen Euro zur Förderung empfohlen. Sie zeichnen sich alle durch heraus­ragende Qualität aus.

„Es bleibt zu hoffen, dass Bund und Länder bei deutlich steigenden Baukosten dem bestehenden Bedarf auch weiterhin gerecht werden können. Wir würden es begrüßen, wenn die Länder trotz der steigenden Staatsverschuldung aufgrund der Pandemie weiterhin exzellente Vorhaben ihrer Hochschulen fördern und dem Wissenschaftsrat zur Begutachtung vorlegen,“ sagt die Vorsitzende des Wissenschafts­rats, Dorothea Wagner. Diese leisteten einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hochschulen.

Ein besonders herausragendes Vorhaben in dieser Förderphase – noch dazu mit höchst aktuellem Bezug – hat die Universität Marburg vorbereitet:

_ Marburg Centre for Epidemic Preparedness (MCEP)

In diesem Zentrum soll es um Epidemie- und Pandemievorsorge gehen. Dafür erforschen Wissenschaftlerinnen und Forscher hochpathogene Erreger unter höchsten Sicherheitsbedingungen (BSL-4), um damit Erkenntnisse über Aufbau und Funktion bislang nur unzureichend charakterisierter hochpathogener Viren zu gewinnen. Die Universität Marburg, die bereits auf eine lange Tradition in der Virenforschung zurückblicken kann, möchte mit diesen Forschungen auch die Basis für die Entwicklung von Therapien schaffen.

Alle neun in der aktuellen Förderphase (2022) zur Begutachtung vorliegenden Anträge wurden als förderwürdig bewertet. Sie wurden nach wissenschaftsimmanenten Qualitätskriterien gereiht. Dabei wurden drei Vorhaben (A–C) – darunter das oben beschriebene – insgesamt und in allen Kriterien mit „herausragend“, fünf (D–G und H) insgesamt mit „herausragend“ und ein weiteres mit „sehr gut bis herausragend“ bewertet. Aufgrund begrenzter Finanzmittel kann dieses Vorhaben nicht zur Förderung empfohlen werden.

Auf der Grundlage dieser Einschätzungen empfiehlt der Wissenschaftsrat folgende Vorhaben zur Förderung |[1]:

A–C    

Universität Hannover: Optics University Center and Campus (OPTICUM)

Universität Marburg: Marburg Centre for Epidemic Preparedness (MCEP)

Universität Münster: Centre of Mathematics Münster (CMM)

D–G    

Hochschule Geisenheim: Forschungszentrum für nachhaltigen und klima­­angepassten Weinbau (VITA: Viticulture Adaptation Center for Sustainability
and Climate Change)

Universität Gießen: Giessen Center for Electrochemical Materials Research
Energy Materials and their Interfaces (GC-ElMaR)

Universität Göttingen: Forschungszentrum Human Cognition and Behavior (HuCaB)

Universität Greifswald: William B. Kannel Center for Community Medicine

H        

Universität Leipzig: Forschungsbau Global Hub für den Profilbereich „Global Connections and Comparisons

Die Förderung hängt vom abschließenden Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) ab, die diese Entscheidung am 02. Juli 2021 treffen wird.


[1]
Die Vorhaben der Gruppen A–C und D–G erscheinen jeweils in alphabetischer Reihenfolge der Standorte.