Wissenschaftsrat

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Zwei private Hochschulen akkreditiert

Ausgabe 28 | 2026
Datum 02.11.2026

Auf seinen Herbstsitzungen in Kiel (28. bis 30. Oktober 2026) hat der Wissenschaftsrat (WR) über die Akkreditierung von zwei privaten Hochschulen beraten.

Das Land Brandenburg hat am 27. Oktober 2026 den Antrag auf Institutionelle Akkreditierung der Gisma University of Applied Sciences, Potsdam, zurückgenommen. Die Ergebnisse im Einzelnen:

Charlotte Fresenius Hochschule, Wiesbaden

Der Wissenschaftsrat akkreditiert die Charlotte Fresenius Hochschule (CFH) für drei Jahre. Insgesamt erfüllt die CFH die institutionellen Anforderungen an eine junge universitäre Hochschule. Sie hat sich in den vier Jahren seit ihrer Gründung schnell entwickelt, mehrere Standorte eingerichtet und die prognostizierten Studierendenzahlen deutlich übertroffen. Die Personalausstattung hat mit diesem Wachstum allerdings nicht Schritt gehalten. Um die Qualität von Studium, Lehre und Forschung sowie deren Verbindung mit der Patientenversorgung nachhaltig zu sichern, sind daher rasche Verbesserungen notwendig: Ihre personelle und infrastrukturelle Ausstattung muss zügig ausgebaut werden. Der WR empfiehlt insbesondere, den Stellenumfang für Professorinnen und Professoren sowie weiteres wissenschaftliches Personal zu erhöhen. Außerdem soll die CFH ihre Forschungsleistungen steigern und die räumlichen Kapazitäten sowie ihre Laborausstattung erweitern. Darüber hinaus richtet der Wissenschaftsrat Empfehlungen zum Berufungsverfahren und zur Governance an die CFH.

Die Charlotte Fresenius Hochschule wurde im Jahr 2021 in Wiesbaden nach erfolgreicher Konzeptprüfung durch den Wissenschaftsrat gegründet. Sie hat den Studienbetrieb im Sommersemester 2022 aufgenommen, nachdem sie vom Land Hessen als eine einer Universität gleichgestellte nichtstaatliche Hochschule befristet staatlich anerkannt wurde. Sie betreibt weitere Standorte in München, Hamburg, Köln, Düsseldorf und Heidelberg. Ihr Studienangebot umfasst einen Bachelor- und drei Masterstudiengänge in den Bereichen Psychologie, Psychotherapie und Pharmazeutische Medizin im Präsenzformat. Im Wintersemester 2025/26 waren 1.973 Studierende eingeschrieben. Zugleich waren hauptberufliche Professorinnen und Professoren mit einem Stellenumfang von rund 25 Vollzeitäquivalenten beschäftigt.

Wilhelm Büchner Hochschule, Darmstadt

Der Wissenschaftsrat reakkreditiert die Wilhelm Büchner Hochschule (WBH) für fünf Jahre. Die WBH hat sich in den letzten Jahren in allen Leistungsbereichen positiv weiterentwickelt. Mit ihrem Fernlehrformat eröffnet sie insbesondere Berufstätigen den Zugang zu einem Hochschulstudium und trägt zur Durchlässigkeit im Bildungssystem bei. Sie wird sowohl ihrem institutionellen Anspruch als Hochschule für Angewandte Wissenschaften als auch ihrem Selbstverständnis als innovative, interdisziplinäre Fernhochschule insgesamt gut gerecht. Für ihre weitere Entwicklung empfiehlt der WR insbesondere, die Studienangebote mit psychologischen Bezügen stärker mit entsprechenden Professuren auszustatten. Weitere Empfehlungen betreffen die Governance, die gestalterischen Leistungen im Fachbereich Design, die Betreuung von Abschlussarbeiten durch Professorinnen und Professoren und die Steigerung der Drittmittelprojekte.

Die Wilhelm Büchner Hochschule wurde im Jahr 1996 gegründet und ist vom Land Hessen als private Hochschule unbefristet staatlich anerkannt. Neben ihrem Sitz in Darmstadt verfügt sie über vierzehn weitere Prüfungsstandorte im deutschsprachigen Raum. Ihre Kernbereiche sind Ingenieurwissenschaften, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Technologiemanagement und Design. Sie bietet ausschließlich Fernstudiengänge an. Anfang 2026 waren rund 5.700 Studierende in 52 Studiengängen eingeschrieben. Das hauptberufliche Professorium umfasste zu diesem Zeitpunkt 24 Vollzeitäquivalente.