Universitätsmedizin
In drei Empfehlungen hat der Wissenschaftsrat 2025, 2021 und 2016 ein umfassendes Programm zur Weiterentwicklung der universitären Medizin in den kommenden Jahren Stellung genommen.
In seinen "Empfehlungen zur Fachlichen Entwicklung der Medizin mit einem besonderen Fokus auf vorklinische und klinisch-theoretische Fächer" (2025) befasst sich der Wissenschaftsrat mit dem Fächerspektrum innerhalb der Medizin und Perspektiven für dessen Weiterentwicklung. Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Wissens- und Methodenbestand der Medizin in Summe bewahrt und weiterentwickelt werden muss, ohne dass jedoch jedes Fach an jedem Standort vorgehalten werden müsste, spricht sich der Wissenschaftsrat für fach- und standortspezifische Herangehensweisen aus. Zentrale Handlungsfelder sind Strategiebildung an den hochschulmedizinischen Standorten, eine zukunftsgerichtete Fachkräfteentwicklung sowie die Bereitstellung adäquater Infrastrukturen und Ressourcen. Schließlich widmet sich ein Kapitel der Empfehlungen explizit der Rechtsmedizin, welche als besonderes medizinisches Fach an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Rechtssystem gelten kann.
In seinen "Empfehlungen zur künftigen Rolle der Universitätsmedizin zwischen Wissenschafts- und Gesundheitssystem" (2021) betont der Wissenschaftsrat deren großes Potenzial und die aus diesem resultierende Schlüsselrolle. Abgesehen von ihrer wichtigen Funktion in Forschung und Lehre bedeutet das für die Universitätsmedizin, sie künftig stärker als zentrale Institution eines zukunftsfähigen und krisenfesten Gesundheitssystems zu profilieren. Dazu bedarf es einer konsistenten Strategieentwicklung an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem – gefordert sind dabei Bund und Länder sowie Wissenschafts- und Gesundheitspolitik.
Die "Perspektiven der Universitätsmedizin" (2016) richten sich auf die Rahmenbedingungen und Ressourcen, die die Universitätsmedizin benötigt, um ihren Aufgaben in Forschung, Lehre und Krankenversorgung auch künftig gerecht werden zu können. Unter anderem empfiehlt der Wissenschaftsrat, Profilbereiche in der Universitätsmedizin aufzubauen, die sich durch arbeitsteilige Organisationsstrukturen auszeichnen und so dem fachlichen Differenzierungsprozess in Forschung, Lehre und Klinik Raum geben.