Medizin und Gesundheitssystem
Die Medizin ist das einzige Fach, zu dem der Wissenschaftsrat gesondert und regelmäßig alle Fragen von Lehre und Forschung sowie Krankenversorgung betreffende Empfehlungen und Stellungnahmen abgibt. Diese befassen sich mit sämtlichen Facetten der Universitätsmedizin und nehmen auch juristische und strukturelle Fragestellungen in diesem Bereich in den Blick. Über die Universitätsmedizin hinaus befasst sich der Wissenschaftsrat zunehmend auch mit Themen an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem.
Der Wissenschaftsrat hat in den Jahren 2025, 2021 und 2016 zur Weiterentwicklung der Medizin Stellung genommen. In den "Empfehlungen zur Fachlichen Entwicklung der Medizin" (2025) steht die Entwicklung der vorklinischen und klinisch-theoretischen Fächer im Zentrum der Betrachtung. In den weiteren Empfehlungen befasste sich Wissenschaftsrat mit der Rolle der Hochschulmedizin als Akteurin zwischen Wissenschafts- und Gesundheitssystem. Mehr…
In den "Perspektiven für die Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe" (2023) wie auch schon in den "Empfehlungen zu hochschulischen Qualifikationen für das Gesundheitswesen" (2012) hat der WR sich beispielsweise für eine verstärkte hochschulische Qualifizierung in den Gesundheitsfachberufen ausgesprochen und damit auf die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem reagiert. Mehr...
Zuvor verabschiedete der Wissenschaftsrat ein "Positionspapier zur Digitalisierung und Datennutzung für Gesundheitsforschung und Versorgung" (2022). Ein digitalisiertes Gesundheitssystem verspricht seiner Auffassung nach nicht nur Erleichterungen für Gesundheitspersonal sowie Patientinnen und Patienten, es ist außerdem die wesentliche Voraussetzung für die datenintensive Gesundheitsforschung, die wiederum den Bürgerinnen und Bürgern ganz neue und qualitativ hochwertige Versorgungsmöglichkeiten bringen kann.
Weitere Themen der jüngeren Vergangenheit waren unter anderem das Medizinstudium und die außeruniversitäre Forschung. Behandelt wurde zum Beispiel die Weiterentwicklung der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (2017).
Überdies äußert sich der Wissenschaftsrat regelmäßig in einer standortübergreifenden Perspektive zur Weiterentwicklung der Hochschulmedizin einzelner Bundesländer.
Der Wissenschaftsrat hat zudem ein Symposium zum Thema Prävention (2024) als relevantes Feld an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem ausgerichtet.
Aufbauend auf u. a. diesem Symposium, Ortsbesuchen im In- und Ausland sowie dem stetigen Austausch mit Wissenschaft und Politik, erarbeitete und verabschiedete der Wissenschaftsrat im Januar 2026 das Positionspapier "Für Prävention handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft"
Angesichts einer alternden Bevölkerung, des Fachkräftemangels, zunehmender chronischer Erkrankungen und klimabedingter Gesundheitsrisiken steht Deutschland vor der dringenden Notwendigkeit, Prävention und Gesundheitsförderung systematisch zu stärken. Daher fordert der Wissenschaftsrat einen gesundheitsbezogenen Kulturwandel, in dem Prävention zu einem systemrelevanten Bestandteil wird.
Das Positionspapier wurde im Rahmen der internationalen Konferenz „Preventive Health Care: Form Research to Action“ (Februar 2026) der breiten Öffentlichkeit, der Wissenschaft und der Politik vorgestellt.
Podcast-Folgen zu "Prävention in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft"
Prävention statt Reparatur | Wie wir das Gesundheitssystem neu ausrichten
(25. Februar 2026)
Prävention neu denken! Wie Gesundheitsvorsorge in Deutschland besser wird
(28. Juni 2024)
Hier die komplette Podcast-Reihe: