Wissenschaftsrat

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Chancen privater Hochschulen besser nutzen

WR empfiehlt stärkere Einbindung privater Hochschulen in das Wissenschaftssystem

Ausgabe 14 | 2026
Datum 06.07.2026

Der private Hochschulsektor hat sich von einer Randerscheinung zu einem wichtigen und dauerhaften Bestandteil der deutschen Hochschullandschaft entwickelt. Mit 27 Prozent befindet sich heute fast ein Drittel der Hochschulen hierzulande in privater Trägerschaft, 13 Prozent aller Studierenden haben eine private Hochschule gewählt. Private Hochschulen erweitern mit ihren flexiblen Angeboten die Teilhabe an der Hochschulbildung und tragen damit zur akademischen Fachkräftesicherung bei.

Viele private Hochschulen stehen vor der Herausforderung, akademische Prinzipien und wirtschaftliche Effizienz in Einklang zu bringen. Forschung spielt oft eine untergeordnete Rolle, was ihre wissenschaftliche Entwicklung hemmt. Vor diesem Hintergrund formuliert der Wissenschaftsrat (WR) Empfehlungen, wie private Hochschulen ihre wissenschaftlichen Beiträge steigern und besser in das Wissenschaftssystem integriert werden können.

„Private Hochschulen bieten Chancen für das gesamte Wissenschaftssystem“, sagt der Vorsitzende des WR, Wolfgang Wick. „Staatliche und private Hochschulen sollten sich stärker einander öffnen. Die Privaten würden wissenschaftlich profitieren, wenn sie mit staatlichen Hochschulen zusammenarbeiten und sich konsequenter an hohen Qualitätsstandards orientieren. Staatliche Hochschulen wiederum könnten von der Flexibilität und den nachfragegerechten Studienangeboten privater Hochschulen lernen“, so Wick.

In seiner Analyse betont der WR, dass der private Hochschulsektor sehr heterogen ist. Hinter den 116 privaten Hochschulen stehen unterschiedliche Betreiber und Geschäftsmodelle. Manche verstehen sich in erster Linie als Unternehmen, andere primär als wissenschaftliche und gesellschaftliche Akteure mit hohen Qualitätsansprüchen in allen Bereichen. Nur wenige von ihnen sind renditeorientiert. Allerdings erschweren die starke Abhängigkeit von Studienentgelten und der Wettbewerbsdruck den Aufbau nachhaltiger Strukturen. In der Folge sind viele Hochschulen kaum in das Wissenschaftssystem integriert und als gleichwertige Akteure anerkannt.

Private Hochschulen agieren in einem überwiegend von staatlichen Hochschulen geprägten Aktions- und Verantwortungsraum, den es gemeinsam zu gestalten gilt, konstatiert der WR. Die Länder, sich selbst und andere Akteure der Qualitätssicherung sieht er in der Verantwortung, Qualität und Innovationen im privaten Hochschulsektor zu fördern und Fehlentwicklungen entgegenzuwirken.