Wissenschaftsrat würdigt Arbeit der Kommission für Forschungsinformationen in Deutschland (KFiD)
Nutzung von Forschungsinformationen soll künftig noch mehr im Fokus stehen
Ausgabe 26 | 2026
Datum 02.11.2026
Die Kommission für Forschungsinformationen in Deutschland (KFiD) erfüllt ihre Aufgaben auf überzeugende Weise, so das Fazit des Wissenschaftsrats in seiner aktuellen Bewertung. Er befürwortet eine projektförmige Weiterführung der KFiD daher ausdrücklich.
Die qualitätsgesicherte Sammlung und Nutzung von Forschungsinformationen in Forschungsinformationssystemen (FIS) ist für Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowohl für ihre strategische Steuerung als auch für die Berichterstattung gegenüber Zuwendungsgebern und anderen Organisationen von zentraler Bedeutung. Dabei unterstützt sie der Kerndatensatz Forschung (KDSF), der als offener Standard den Austausch, die Zusammenführung und den Vergleich von Forschungsinformationen effizienter macht. Die KFiD verantwortet seine bedarfsgerechte Weiterentwicklung und begleitet die verstärkte Anwendung von FIS an Hochschul- und Forschungseinrichtungen in Deutschland.
In ihren ersten beiden Amtszeiten hat die Kommission wichtige Grundlagen geschaffen: Sie berät und vernetzt Hochschulen und Forschungseinrichtungen, ist international eingebunden und entwickelt den KDSF praxisorientiert weiter. Darüber hinaus hat sie ein flächendeckendes Community Building initiiert und gemeinsam mit FIS-Netzwerken Angebote zur Einführung von FIS entwickelt, die vorbildlich an nationalen wie internationalen Standards ausgerichtet sind.
Besondere Anerkennung spricht der Wissenschaftsrat der KFiD für die qualitativ hochwertige, praxisorientierte Weiterentwicklung des KDSF aus – einschließlich der Angebote zu Themen wie Datenschutz und Transfer, die Rückmeldungen der Anwenderinnen und Anwender direkt aufgreifen. Die KFiD ist angehalten, die Vorteile des KDSF noch stärker zu vermitteln, etwa durch kompakte Wissensangebote für datenbereitstellende Einrichtungen.
Den geplanten Fokus der KFiD auf die Vernetzung mit den Wissenschaftsministerien der Länder begrüßt der Wissenschaftsrat ausdrücklich: Wenden Bund und Länder bei Datenabfragen den KDSF als Standard an, kann dies den Erhebungsaufwand deutlich reduzieren und ein wichtiges Signal für die breite Implementierung des Standards setzen. Für eine gesteigerte Nutzung des KDSF empfiehlt der Wissenschaftsrat zudem eine höhere Kompatibilität von KDSF und dem Monitoring des Pakts für Forschung und Innovation (PFI).
Entwicklungspotenzial sieht der Wissenschaftsrat in der strategischen Aufstellung: Die KFiD sollte ihre Rolle als Gestalterin aktiver ausfüllen und gezielt ausbauen, um ihre Sichtbarkeit und Wirkung zu steigern: Im Dialog mit Hochschulleitungen, international und bei Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz. Auch sollte die KFiD als Expertin stärker in die Begleitforschung zu FIS und KDSF einbezogen werden, etwa bei der Auswertung der ab 2026/2027 vom BMFTR geförderten Projekte und der Konzeption künftiger Förderaufrufe.
Für die organisatorische Aufstellung der Kommission empfiehlt der Wissenschaftsrat, den Abstimmungsaufwand durch ein rotierendes Vertretungsverfahren zu reduzieren und zugleich den Vorsitz zu stärken. Auch die Aufgabenprofile der Arbeitsgruppen sollten geprüft und ggf. neu ausgerichtet werden. Zudem sollte die KFiD die Kooperationsmöglichkeiten am Berliner Standort des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), an dem sie angesiedelt ist, voll ausschöpfen.