Wissenschaftsrat

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Exzellenter Transfer setzt starke Forschung voraus

Ausgabe 27 | 2026
Datum 02.11.2026

WR empfiehlt Verbesserung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Werk- und Betriebsstoffe

Der Wissenschaftsrat (WR) hat das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) acht Jahre nach der vorangegangenen Begutachtung erneut evaluiert. Das WIWeB entwickelt die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen für eine leistungsfähige und verlässliche Ausrüstung der Bundeswehr. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Umbrüche und der notwendigen Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands ist diese Arbeit wichtiger denn je. In seiner Stellungnahme würdigt der WR die exzellenten Transfer- und Dienstleistungen des Instituts, allen voran den hervorragenden Technologietransfer im Rahmen von Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr.

Allerdings nimmt der Wissenschaftsrat mit Sorge zur Kenntnis, dass der Anteil der Arbeitszeit, den die wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Instituts für Forschung aufwenden, seit der vorangegangenen Evaluation deutlich zurückgegangen ist. „Das WIWeB kann seine Transfer- und Dienstleistungsaufgaben nur dann auf hohem Niveau erfüllen, wenn das Institut über eine solide Forschungsgrundlage verfügt“, erklärt der WR-Vorsitzende, Wolfgang Wick. Im Zentrum der Stellungnahme stehen daher Empfehlungen zur Steigerung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des WIWeB. Sie zielen insbesondere auf eine Steigerung des Forschungsanteils, die strategische Ausrichtung der Forschungsplanung sowie die engere Einbindung des wissenschaftlichen Beirats in zentrale Fragen der institutionellen Weiterentwicklung.

Der Wissenschaftsrat hat im Rahmen der Evaluation auch das Verhältnis zwischen dem WIWeB und dem neu gegründeten Innovationszentrum der Bundeswehr (InnoZBw) in Erding in den Blick genommen. In einer engen Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen sieht der WR erhebliches Potenzial: zum einen für einen schnelleren Innovationstransfer in die Praxis und zum anderen für eine gezielte Ausrichtung der Forschung des WIWeB auf künftige Herausforderungen für die Bundeswehr. Dieses Potenzial wird aktuell noch nicht vollständig ausgeschöpft. Die Aufgabenfelder beider Einrichtungen überschneiden sich in mehreren Bereichen, ohne dass Zuständigkeiten bislang klar voneinander abgegrenzt sind. Der WR empfiehlt daher den zuständigen Behörden, zeitnah eine tragfähige Strategie für das Zusammenwirken beider Einrichtungen zu erarbeiten, die Doppelstrukturen konsequent vermeidet.

Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) mit Sitz in Erding gehört dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) an. Es ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz und untersteht damit der Dienst- und Fachaufsicht der Präsidentin bzw. des Präsidenten des BAAINBw. Dies war die dritte Evaluation des WIWeB durch den Wissenschaftsrat nach 2008 und 2018.