Wissenschaftsrat

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Nationale Plattform für Forschungssicherheit kommt

Empfehlung des Wissenschaftsrats wird umgesetzt

Wolfgang Wick zur Umsetzung der WR-Empfehlungen zur Forshcungssicherheit

(19.12.2025) Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), die Allianz der Wissenschaftsorganisationen und die Wissenschaftsministerien der Länder haben sich auf Eckpunkte zur Stärkung der Forschungssicherheit und zum Aufbau einer Nationalen Plattform für Forschungssicherheit verständigt.

Dazu erklärt der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfgang Wick: „Mit der Plattform wird eine Empfehlung des Wissenschaftsrats von Mai dieses Jahres schnell umgesetzt. Politik und Wissenschaft füllen damit eine Leerstelle: Das Feld sicherheitsrelevanter Gebiete ist gewachsen, äußere Beeinflussungen und Abhängigkeiten werden immer deutlicher. Das führt zu schwierigen Abwägungen, die einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Einrichtungen oft überfordern. Die Plattform wird wissenschaftliche Akteure schnell und unbürokratisch bei der Einschätzung von Risiken unterstützen und Orientierung schaffen für den Umgang mit kritischen Partnern in internationalen Kooperationen. Wir brauchen den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, um Risiken einzuschätzen und um unseren Wissenschaftsstandort zu schützen.“

Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit soll die Wissenschaft bei der Einschätzung geplanter Kooperationen, Forschungsthemen und beteiligter Personen oder Institutionen unterstützen, um Risiken und Chancen realistisch bewerten zu können. Ziel ist es, sicherheitsrelevante, rechtliche, ethische und strategische Risiken frühzeitig zu erkennen, die Integrität der eigenen Einrichtung zu schützen und fundierte Entscheidungen über vertrauenswürdige, langfristig tragfähige Kooperationen zu treffen.

Außerdem soll die Plattform eine fortlaufende nationale Risikoanalyse im Bereich Forschungssicherheit durchführen, die unabhängig vom Einzelfall bestehende und zukünftige nationale und internationale Bedrohungen und Risiken identifiziert.

Die Nationale Plattform für Forschungssicherheit besteht aus einem koordinierenden Lenkungsgremium und einer unterstützenden Servicestelle. Eine Mandatierung durch den Nationalen Sicherheitsrat ist vorgesehen. Die Servicestelle wird beim BMFTR angesiedelt. Das Lenkungsgremium soll Wissenschaft und Politik gleichwertig repräsentieren und aus Vertretungen beteiligter Bundesministerien, Wissenschaftsministerien der Länder, der Sicherheitsbehörden und Allianzorganisationen bestehen.

Ab Januar 2026 beginnen Feinkonzeptionierung und Vorbereitung der Nationalen Plattform für Forschungssicherheit. Der Start ist für Herbst 2026 geplant.

Der Wissenschaftsrat wirbt dafür, dass auch seine weiteren im Mai dieses Jahres abgegebenen Empfehlungen zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung umgesetzt werden. So unterstreicht Wolfgang Wick: „Was wir jetzt außerdem dringend brauchen, sind Strukturen und Instrumente, um dem wachsenden Bedarf nach wissenschaftlichen Lösungen für unsere Sicherheit gerecht zu werden. Hierzu empfiehlt der Wissenschaftsrat, ein Strategisches Dialogforum beim Nationalen Sicherheitsrat einzurichten, das sicherheitsrelevante Forschungsbedarfe identifiziert und Förderformate empfehlen kann.“

Außerdem schlägt der Wissenschaftsrat vor, dass in Deutschland in diesem Feld Innovation Hubs eingerichtet und langfristig gefördert werden. Sie sollen flexibel arbeiten, unternehmerisch gemanagt werden und Expertisen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Einrichtungen zusammenführen. Die besten Köpfe sollen mit dem Ziel, Innovationen und schnelle Anwendungen zu schaffen, zusammengebracht werden.